Wandertag in der Sächsischen Schweiz

Der Wander-Zug macht es möglich. Ohne Umzusteigen ist es uns nun in der Sommersaison (d.h. ab. 30.03.) möglich, bis an die böhmische Grenze zu fahren.
Allerdings fährt der Zug „erst“ 8 Uhr ab Leipzig, so dass auch die Leute, die nicht so gern sehr früh aufstehen, mit drin sitzen 😉 Und deshalb ist der Zug bereits beim ersten Halt brechend voll. Aber was solls, bei diesem Wetter und der Aussicht auf eine schöne Wanderung nimmt man das gern in Kauf. Da könnte die Bahn doch glatt das Angebot auf zwei oder drei Züge am Morgen ausweiten, so wie das angenommen wird.
Gegen 10 Uhr sind wir schließlich in Schmilka, in der Schlange an der Fähre stehen wir zum Glück ziemlich weit vorn, so dass es drüben gleich zu Fuß weiter gehen kann.
Aber nun, auf dem steilen Weg die Kahntilke hinauf, wird es recht ruhig. Die Meisten gehen in Richtung Winterberg. Und dass man an solchen Tagen in diesem kleinen Gebirge nicht allein ist, muss man akzeptieren.
Noch ist es recht bewölkt, ein mäßiger Südostwind treibt aus dem böhmischen Becken Wolken (oder Hochnebel) herüber. Aber das schmälert keinesfalls die grandiose Aussicht von der Kleinen Bastei, im ersten Obergeschoss des Elbsandsteingebirges sozusagen auf ca. 250 Metern Höhe.
Nach kleiner Staunens- und Frühstückspause geht es weiter durch den Wald auf den Elbleitenweg, dort im Bogen wieder hinab in den Heringsgrund und im Angesicht der übermächtig wirkenden Felswände ringsum leicht aufwärts zur Heiligen Stiege.
Der nun folgende Aufstieg auf endlosen Treppen und Leitern ganz hinauf ins oberste Stockwerk ist ein Erlebnis, nicht schwierig aber ausgesprochen eindrucksvoll.
Dass oben auf dem Zurückesteig bzw. Gratweg hinüber zu den Schrammsteinen mit größeren Menschenansammlungen zu rechnen ist, war klar. Zu schön ist es, hoch über den Tälern und Ebenheiten entlang zu wandern. Manches Mal muss man auch die Hände auf ausgetretenen Felsstufen und Leitern zu Hilfe nehmen. Und man bekommt allmählich Respekt vor denen, die hier in diesem abenteuerlichen Gelände solch einen abgesicherten Weg bauten, der von Jung und Alt begangen werden kann. Die nächste Fotopause gibt es an der Breite-Kluft-Aussicht.
Lange Jahre waren wir nicht mehr hier, Stau gibt es zum Schluss an der Schrammsteinaussicht, dem Endpunkt der Kammtour, doch den nehmen wir ebenfalls in Kauf – schon allein des wunderbaren Blickes wegen, der von den Affensteinen im Osten, dem Tanzplan, Unger über die Waitzdorfer Höhe bis hinüber zu den Tafelbergen Lilienstein, Königstein, Papststein, Zschirnstein und die tief ins Tal eingeschnittene Elbe usw. reicht.
Auf dem Jägersteig, hier muss man sich auf den Stufen der Treppen und Leitern etwas konzentrieren, geht es hinab und durch das Schrammtor schließlich hinunter nach Postelwitz und am Fluss entlang nach Bad Schandau.
Noch ein Eis in der vorsommerlichen Sonnenwärme, dann bringt uns die Bahnhofsfähre zu ebendiesem und 16.34 fährt auch glücklicherweise wieder der Wander-Zug in in Richtung Leipzig. Auch dieses Mal kein Umsteigen in Dresden – nicht schlecht. Und dieser Zug ist ebenfalls alsbald proppevoll…
Ein schöner Tag 🙂

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Hohburkersdorfer Rundblick

Vom Hohburkersdorfer Rundblick schweift der Blick weit vom Ostererzgebirge, dem Kahleberg, über die Sächsische Schweiz hinüber zu den Lausitzer Vulkankegeln. Und bei ganz guter Sicht ist auch das Riesengebirge zu erspähen.

Sächsische Schweiz im Schnee

Weil es so schön war, haben wir diese Tour einfach noch einmal wiederholt. Route, Landschaft unverändert, aber es lag Schnee, recht viel Schnee für diese Region und es gab ein völlig verändertes Licht…

Vom stehenden (hängenden) und fließenden Wasser

Infolge der Regenfälle der letzten Wochen führt u.a. auch der Grünbach im wilden Amselgrund bei Rathen einiges an Wasser. Was dabei bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zu beobachten war, seht Ihr hier.

Sächsische Schweiz in Blau

Details waren wegen der Mittagssonne kaum zu erkennen. Also entstand angesichts des Lichts die Idee zu dieser „Blauen Serie“. Das Überraschende hier ist, dass trotz des Dunstes bei 600 mm Brennweite einige Kleinigkeiten zu erkennen sind. Und irgendwie erinnern (zumindest mich) diese Silhouetten an Scherenschnitte. Viel Spaß beim Betrachten, Suchen und Finden von kleinen Details.

Winterwanderung (2)

In Rathewalde gibt es nun auch Gaststätten, in denen man nun einkehren könnte.
Aber auf dem Abstieg in Richtung Amselgrund ist zu sehen, dass der „Lindengarten“ wegen Renovierung geschlossen hat und die „Rathewalder Mühle“ am oberen Einstieg in den Felsengrund auch zu ist – d.h. nur zwischen April und Oktober geöffnet hat. Ja – das ist berechtigt, wieso soll man den Betrieb hier mühsam aufrecht erhalten, wenn sich im Winter kaum ein Gast hier hoch verirrt. Schade trotzdem…
So geht es durch den wilden Amselgrund nun wieder bergab. Auch hier führt der Grünbach, der sich rauschend tief unten seinen Weg bahnt, einiges Wasser. Und wieder versteht der (fast einsame) Wanderer, weshalb sich hier z.B. Herr Friedrich und Herr Carus so wohl fühlten.
Der Amselfall (wie lange ist der letzte Besuch hier her? – 30, 40, ?? Jahre?) ist als Tourifalle in Erinnerung geblieben. Das Wasser des Grünbaches wurde oberhalb der Amselbaude aufgestaut und ab und zu wurde die Stauanlage geöffnet, so dass sich ein attraktiver Wasserschwall vor den staunenden Augen der Besucher ergoß. Heute aber, garniert von Schnee und Eis kommt da auch ohne Hilfe ziemlich viel Wasser herunter. Sehenswert – einfach nur schön.
Bis zum Amselsee (den man wohl über den Winter leer gelassen hat) und Rathen ist es nun nicht mehr weit.
Fazit der heutigen Tour: Von Wehlen bis zum Hohburkersdorfer Rundblick 2 Menschen und zwei Autos + grandiose Landschaftseindrücke, vom Hohburkersdorfer Rundblick bis Rathen ein paar Menschen mehr und kein Auto und ebenso grandiose Landschaftseindrücke – Prädikat: äußerst empfehlenswert)

Winterwanderung (1)

Die Wanderung beginnt wieder einmal im kleinen schönen Wehlen an der Elbe. Schon nach wenigen Minuten gelangt man in den Wehlener Grund und ist (offensichtlich noch vor dem großen Samstagsbesucheransturm) plötzlich völlig allein auf weiter Flur – oder in diesem Felsental.
Einige Kilometer weiter zweigt der Uttewalder Grund in nördliche Richtung ab. Lang ist es her, dass der Radelnde Uhu (zu Fuß) hier gewandert ist. Ein wenig Schnee, die immer enger zusammenrückenden Felswände, der kleine Bach, der nach den ergiebigen Niederschlägen der letzten Wochen Wasser führt und das eben aus einem lieben Weihnachtsgeschenk (Caspar David Friedrich: Spurensuche im Dresdner Umland und in der Sächsischen Schweiz von Frank Richter) erworbene Wissen, dass die Maler der Romantik hier ein ergiebiges Betätigungsfeld fanden, erhöhen zunehmend den Reiz dieser Tour. Da zum Beispiel, dieser schräg liegende riesige Felsblock – hat den nicht C.D. Friedrich als Element zur Komposition seiner Gemälde verwendet?
Das Uttewalder Tor, die Hauptattraktion des Tales, welches man ein Stück nach der idyllisch gelegenen Baude „Waldidyll“ erreicht, hat es schwer gegen die Konkurrenz der immer wilder werdenden Schlucht. Als ob ein Riese hier sein Bauwerk aus Bauklötzen eingerissen und einfach so liegen gelassen hätte, stapeln sich hier unter den Wänden eindrucksvoll bemooste und weiß gepuderte Felsblöcke kreuz und quer.
Am Ende des Grundes geht es dann etwas steiler aufwärts durch das Kehlloch auf die Höhe. Fast schlagartig wechselt der Charakter der Landschaft.
Der Wald bleibt zurück, unweit entfernt liegt das Dorf Rathewalde und nördlich davon erhebt sich der Hohburkersdorfer Rundblick, das Ziel der heutigen Tour.
Die Sonne strahlt nach langen grauen Wochen, als ob sie Einiges aufzuholen hätte. Aber – leider ist es jetzt, am späten Vormittag doch recht dunstig geworden. Durch Rathmannsdorf zum Hohburkersdorfer Rundblick, den man wegen seines Kriegerdenkmals gut sehen kann und der (ja, natürlich war auch Napoleon schon hier) Napoleon-Linde sind noch einmal ca. 90 Höhenmeter zu bewältigen.
Aber mit jedem Höhenmeter wird der Aaaah- und Ooooh-Effekt größer. Nach allen Richtungen weitet sich der Blick, schließlich ist man hier, am Rande der Sächsischen Schweiz auf fast 400 Metern höher als mancher Felsgipfel. Und der Blick schweift nun weit von den Höhen des Osterzgebirges um den Kahleberg, Pirna, hinüber zu den Tafelbergen Königstein, Lilienstein, Gohrisch usw., denen man von hier aus sozusagen aufs Haupt spucken kann, zum Böhmischen Schneeberg, dem Winterberg, auch der böhmische Rosenberg ist zu erspähen und weiter nach Osten zum Tanzplan und Unger. Die Bildideen stehen auch fest, für Details ist es einfach zu dunstig, aber die Silhouetten in der bläulichen Luft geben ungemein interessante Fotomotive ab.
Im Norden grüßt Stolpen mit seiner Burg herüber und die riesigen Dampfwolken der Kraftwerke in der Lausitz.
Kalt ist es, aber das merkt man kaum, zu sehr ist der radelnde Uhu damit beschäftigt, sich mit seiner langen Brennweite und den zahllosen Motiven auszutoben.

Noch diffuser

ich hoffe, Eure Wochenendpläne sind da etwas klarer 😉 Lt. Prognose soll sich die Sonne mal wieder zeigen.

In diesem Sinne: schönes Wochenende

PS: wenn man genau hinschaut, kann man Waldstrukturen in den Nebelschwaden erkennen