Wieder einmal Herbst…

Schneller als gedacht ist es so weit.

Und der Absturz vom Sommer in den Herbst macht sich doch recht deutlich bemerkbar. Nicht nur temperaturmäßig, sondern auch in Bezug auf die Farbexplosionen am Abendhimmel lässt er nichts zu wünschen übrig.

 

Wetterphänomen

Am 01.11.2018 gab es ein Wetterphänomen (kann man auch hier nachlesen), welches ganz eigenartige Lichtverhältnisse an jenem Abend schuf. Die Sonne, beschien kurz vor dem Versinken hinter dem Horizont die dichte Wolkendecke über uns von unten. Und als dann schließlich noch die Graugänse in langen Ketten unter diesen zerfasernden Wolken ihren Schlafplätzen zuflogen, war der Moment wohl nicht nur eigen- sondern auch einzigartig.

Vom Brocken, Hexen usw. (3)

Am nächsten Morgen fällt der Sonnenaufgang aus. Dichter Nebel hüllt alles ein, ein stürmischer kalter Wind treibt Wolkenfetzen über den Berg, manchmal reißt es auf und gibt den Blick auf das Schaumbad der tiefen Wolkenschicht frei.

Wie schön das ist…

 

Nach einem guten Frühstück geht es schließlich an den Abstieg auf der Grenzstraße über die Nordseite des Berges.

Recht rasch sind wir aus dem Wolkennebel heraus, weiter unten ist es auch wieder spürbar wärmer.

Ganz viele Leute kommen uns entgegen. Aber solch ein Glück in Bezug auf gute Aussicht werden sie wohl heute kaum haben.

Die wilde Ilse ist nach der langen Dürre nun auch eher ein zahmes Wässerchen geworden, doch manchen Stellen zeigt sie sich trotzdem sehr fotogen. Und der Wunsch, unbedingt im Herbst, wenn sich das Laub verfärbt hat, noch einmal, nur diesen Ilsefällen zuliebe herzukommen, wird recht konkret. Brocken muss dann nicht sein, dieses wunderschöne Tal allein ist schon die Reise wert. Dafür sollte dann auch genug Zeit sein.

Bis Ilsenburg hinab dehnen sich die letzten Kilometer, leider muss wegen des zu erreichenden Zuges auch ein wenig Tempo gemacht werden. Aber der einsetzende Regen lädt ohnehin nicht unbedingt zum Bummeln ein.

Gemütlich war die Runde nicht, anstrengend wars.

Sehr schön wars.

Und Heines „Harzreise“ sollte man gelegentlich auch einmal wieder zur Hand nehmen.

Wir kommen wieder.

Vom Brocken, Hexen usw. (2)

… 22 Uhr dann Ende, doch die Aussichtsplattform oben im 8. ist noch offen und dort kann man einen traumhaften Blick auf die Lichter der ganz weit unten liegenden Städte und Dörfer und auf die Lichter des unendlichen Sternenhimmels oben drüber genießen.

In der Erinnerung spukt dem Radelnden Uhu noch die bemerkenswerte Nacht von anno 2015 herum, dieser Genuss des fast afrikanisch anmutenden Sternenhimmels nach einer anstrengenden Auffahrt per Rad. Damals gab es mangels geeigneter Fototechnik keine Chance, aber heute soll die Möglichkeit unbedingt genutzt werden, diesen Sternenhimmel auch aufs Bild zu bringen.

Also zieht er es vor, statt schon schlafen zu gehen, sich besser im eisigen Wind noch ein Stündchen um die Ohren zu schlagen und einfach nur in Ruhe zu schauen, zu fotografieren und sich des Ganzen ausgiebig zu erfreuen. Selbst die Milchstraße ist mit bloßem Auge deutlich zu sehen.

Es ist ungemein faszinierend, aus dieser Perspektive erkennen zu können, wie dünn und zart die Schicht ist, in der unser Leben möglich ist. Darüber öffnet sich der unendliche sternglitzernde Weltraum…

Gespenstisch steht weit unten der rote Mond knapp über Wernigerode, dann plötzlich bewölkt es sich rasend schnell und die Gelegenheit ist wohl für dieses Mal vorbei. In diesem Sinne muss man sogar dankbar sein, dass das Hotelrestaurant schon 22 Uhr geschlossen wurde, denn sonst hätte man dieses Erlebnis womöglich versäumt und auf die Erfüllung eines jahrelangen Wunsches noch länger warten müssen.

Fortsetzung folgt…