Am Moritzsee

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Ganz früh am Samstagmorgen…

wenn nur die Fische im See lärmen…

Welche Zutaten benötigt es, um einen Tag euphorisch zu beginnen?

Einen Wecker, etwas Willensstärke, um den inneren Schweinehund zu besiegen, um fünf Uhr aufzustehen, warme Kleidung, einen Fotoapparat mit Stativ und ein Fahrrad.

Das Fahrrad ist ganz wichtig, auf die Kamera kann man notfalls verzichten, wenn man diese einzigartige Stimmung nur einfach so genießen, inhalieren, in der Erinnerung aufbewahren will.

Man breche dann möglichst noch im Dunkeln auf, steige auf das Fahrrad und radle (ordentlich beleuchtet natürlich) zum nächsten See. Dort baue man die Kamera, so man sie dabei hat, auf und harre der Dinge die da geschehen.

Kühl ist es, aber ganz ganz still – über diese Art der Stille gab es ja schon einmal einen Beitrag.

Am sternenklaren Himmel geben sich die Mondsichel und das jetzt in den Morgenstunden schon sichtbare Sternbild des Orion ein Stelldichein…

Und wenn man ganz ruhig ist, kann man sogar die Fische lärmen hören. Das leise Klatschen, wenn sie kurz an die Wasseroberfläche auftauchen und kleine kreisrunde Wellen hinterlassen.

Erst als es heller wird, kann man feststellen, dass man hier tatsächlich nicht der Einzige ist. Der Angler war aber auch kaum zu bemerken.

Das Farbenschauspiel der aufgehenden Sonne entschädigt ohne Weiteres für die bei den kühlen Temperaturen klamm gewordenen Gliedmaßen. Es ist aber auch immer wieder von Neuem schön, einen Tagesbeginn zu erleben. Weiße dünne Nebelschwaden treiben plötzlich in der sich erwärmenden Luft geisterhaft auf dem Wasser.

Hat man sich satt gesehen, steige man schließlich wieder auf sein Fahrrad und radle zum Bäcker. Nicht gleich zu dem nebenan. Nein – ein paar Kilometerchen durch den Wald, wenn das erste Sonnenlicht durch die Bäume schimmert, sorgen für eine noch schönere Stimmung.

Und dann erst der Duft der frischen Brötchen.

Nun sollte man jedoch achtsam sein. Denn auch Viele, die sich jetzt erst aus den Federn gequält haben, sind mit dem Auto die unter Umständen nur ein paar hundert Meter zum Bäcker unterwegs.

Klare Luft, Sonne, intensive Farben und das Gefühl, schon etwas Unvergessliches erlebt zu haben… Läßt sich ein Tag besser beginnen?

 

Riesengebirge – nach langen Jahren

2007 – die erneute Annäherung an das Riesengebirge, dieses Mal auf dem Rad.

Seit drei Tagen sind wir auf unseren schwer bepackten Fahrrädern unterwegs. Es ist ein weiter Weg, den wir von Meißen entlang der Elbe und quer über die Sächsisch- /Böhmische Schweiz und das Lausitzer Gebirge zurückgelegt haben.

Nun stehen wir hier oben auf der Anhöhe. Im Süden, in unserem Rücken kann man die wilden und gewaltigen Felstürme der Burgruine Trosky erkennen, im Norden aber vor unseren Augen erheben sich die sanft gerundeten Berge des Riesengebirges, dort die Kesselkoppe, Kotel, da der Schwarze Berg, Cerna Hora…

Ein eigenartiger Augenblick ist das, nach langen Jahren hier wieder zu sein.
Aber jetzt sind wir hier, wir sind angekommen.

Dieses Gefühl des Ankommens habe ich vor Jahren schon einmal auch hier zu beschreiben versucht.

 

Riesengebirge – langsame Annäherung

 

Bei  langsamer Annäherung durch Böhmen habe ich das Gefühl, ich würde in eine andere, längst vergessene, noch viel ruhiger verlaufende Zeit eintauchen.

Aber das gelingt schon gar nicht mit dem Auto.

Dieses Empfinden hat man nur, wenn man zum Beispiel zu Fuß oder mit dem Fahrrad tagelang in diesem schönen Land unterwegs ist.

 

An der Mulde

Die Mulde soll Europas schnellster Fluss sein. Diese Tatsache war u.a. zweimal in diesem Jahrtausend dafür verantwortlich, dass das kleine schöne Städtchen Grimma Opfer von verheerenden „Jahrtausendhochwassern“ wurde. So schnell wie die Hochwasserwelle hier eintraf, gab es keine Chance (die Hochwassermauern wurden nach jahrelangen rechtlichen Streitigkeiten erst vor Kurzem fertiggestellt), sich davor zu schützen.

Umso größer ist der Respekt davor, wie es die Menschen dort schafften, dass trotz allem Grimma wieder ein kleines Schmuckkästchen werden konnte.

Anbei ein paar kleine Eindrücke vom Blick vom anderen Muldeufer auf die Stadt.

(und da ich fließendes Wasser bei Langzeitbelichtungen besonders reizvoll finde, folgen mal nicht die typischen Grimmafotos)

 

 

Bei Grimma an der Mulde

Eine Radtour bot endlich einmal genug Zeit und Gelegenheit, dass ich mich ein wenig in der Panoramafotografie üben konnte. Nun wurde dafür nicht gleich ein Nodalpunktadapter und eine Panoramaplatte angeschafft, sondern es musste der einfache Kugelkopf am Stativ genügen.

Die Gegend an der Mulde bietet zahlreiche reizvolle Gelegenheiten. Und mit dem Hintergedanken, diese erworbenen Fähigkeiten später im Jahr auch in der Sternenhimmel-Fotografie zu nutzen…

Aber seht die Ergebnisse hier selbst.