Perseiden 11.08.2018

 

 

 

Der Volksmund soll sie, weil sie ungefähr zum Fest des Märtyrers Laurentius von Rom, der 258 auf dem Scheiterhaufen starb, am Himmel erscheinen, als Laurentiustränen bezeichnen.

Jedes Jahr gegen Mitte August, durchfliegt unsere Erde die Staubspur des sich auflösenden Kometen 109P/Swift-Tuttle. Deren Bestandteile, die in die Erdatmosphäre eindringen und verglühen, sorgen um diese Zeit für einen Sternschnuppenregen. Statt einer ausschließlich romantischen Sicht auf dieses Ereignis und der bevorstehenden Qual, bei einer solchen angekündigten Dichte von Sternschnuppen sich für jede auch möglichst einen Wunsch einfallen zu lassen, rückt allerdings auch Poes „Gespräch zwischen Eirios und Charmion“ in Erinnerung.

Nun ja – die Romantik lässt im Augenblick etwas zu wünschen übrig. Es ist a…kalt und die Temperatur stürzt in dieser Augustnacht quasi spürbar in den Keller. Die Jacke ist zu dünn, so dass nach ca. einer Stunde ein leichtes Zittern zur permanenten Begleiterscheinung gehört und Sitzen im mitgebrachten Klappstuhl könnte für gesundheitliche Kollateralschäden sorgen.
Der Rest der Familie hat es vorgezogen, sich im Sommerkino herum zu treiben – aber da ist es genau so kalt.

Und doch, allmählich wird der Lärm der Feiernden im Dorf – ja es war Schulanfang heute – leiser, die Dunkelheit wird noch intensiver, aber die Augen haben sich gut daran gewöhnt, so dass es kein Problem ist, mit der Fotoausrüstung zu hantieren. Im Licht der Sterne sozusagen…

Und dieser Sternenhimmel ist in dieser kalten Nacht tatsächlich ein Fest.

Der Sternschnuppenregen ist eine Nacht vor dem angekündigten Maximum leider eher ein Getröpfel, statt 100 pro Stunde sind gerade einmal 7 oder 8 in zwei Stunden zu erspähen. Aber was solls, schon allein dieser Traum von Milchstraße, der sich schwach leuchtend quer über den Himmel zieht und selbst der diffuse Lichtpunkt unserer Nachbargalaxie, der Andromeda, ist heute mit bloßem Auge zu erkennen. Südwestlich steht der helle rötliche Punkt des Mars, unweit des gerade untergehenden Zentrums der Milchstraße. Wie schön das ist…
Schade, dass die Lichtverschmutzung der naheliegenden Großstadt und der Gemeinden ringsum für eine gewisse Eintrübung der Sicht sorgt.
Statt also weiter mit dem lichtstarken 15 mm-Irix in endloser Reihenaufnahme die Region zwischen Großem Bären, Perseus hin bis zur Cassiopeia abzulichten und auf Bilder von (seltenen) Sternschnuppen zu warten, verliert der Radelnde Uhu irgendwann nach zwei Stunden Frierens die Geduld und vertreibt sich die Zeit noch mit ein paar Aufnahmen der grandiosen Milchstraße, ehe es gegen ein Uhr zurück ins Warme geht.

In der Nacht des angekündigten Maximums des Perseiden-Stroms verhüllt eine leichte Wolkendecke den Himmel in nordöstlicher Richtung. Also – alles gut.

Im November steht als nächstes der Leonidenschwarm, im Dezember die Begegnung mit den Geminiden an. Und da wird es zeitiger dunkel…

Eine Sternschnuppencollage, wie sie Katja Seidel und Lance Keimig so wunderbar gestaltet haben, kommt nun auf die To-Do-Liste für die Zeit, in der der Radelnde Uhu nicht mehr früh aufstehen muss, um zur Arbeit zu radeln. Man braucht ja auch noch Ziele für später…

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Unwettertag (2)

 

 

 

Und dann gibt es Momente, in denen man sich als Mensch plötzlich ganz klein und verletzlich vorkommt. Besonders, wenn solch ein Brummer auf Einen zurauscht…

Das wirkt sehr gewaltig, wie im Katastrophenfilm…

Spätestens jetzt ahnt man in Ansätzen, dass Natur etwas viel Größeres und Komplexeres ist, als wir gemeinhin darunter verstehen. Egal, was wir tun, sie war und ist einfach nur da und wird noch da sein, wenn wir längst schon wieder verschwunden sind. Und das, woran der Mensch emsig werkelt und zerstört, ist eigentlich nur unser Ticket für die kleine Statistenrolle, die wir dabei haben dürfen. Es liegt an uns, ob wir gleich von der Bühne abtreten oder noch etwas länger dabei sein dürfen. Klingt pathetisch und – ehrlich gesagt – dieser bedeutende 😉 Gedanke kommt auch erst, als sich der Radelnde Uhu längst in Sicherheit geflüchtet hat.

Gelegenheit zum Weiterverfolgen dieses Gedanken gibt es vielleicht demnächst unterm endlosen Sternenhimmel.

Die Gewitterzelle wächst und wächst, man kann dabei zusehen.

Aber sie wird wohl aller Voraussicht nach – ganz elegant – wieder einmal westlich an uns vorüber ziehen.
Glück gehabt – wie bleiben dadurch auch von den Unbilden, die die anderen Landesteile ertragen mussten, verschont.
Aber – sehenswert ist sie schon und es gibt als kleine Zugabe aus einem Ausläufer ebendieser Gewitterzelle einen kleinen fünfminütigen Regenguss.

 

Unwettertag (1)

 

 

Die Hitze lastet unerträglich, Laune und Kreislauf geraten allmählich aus den Fugen…

So schön Sommer ist – aber das ist zu viel des Guten.
Doch endlich ist – nach dem Durchzug einer markanten Kaltfront, die auch Unwetter im Gepäck haben soll – etwas Abkühlung in Form von Temperaturen unter 30°C angesagt.
Markante Kaltfront – plötzlich scheint die Hitze nichts mehr auszumachen, als sich der Radelnde Uhu mit einer gewissen Vorliebe für spannendes Wetter auf die Pirsch macht und aufmerksam den Wolkenhimmel gen Südwesten absucht.

Ja, die Wolkenformen verraten zunehmende Unruhe in der Atmosphäre, das sieht schon ganz hübsch aus.

Stunden später, die Luftmasse, die die Kaltfront vor sich herschiebt, wird immer schwüler, heißer, stickiger – und die Quellwolken am Himmel allmählich größer.
Dann treffen in den Online-Medien die ersten Berichte über Chaos und Schäden in den westlichen Landesteilen ein.  So schlimm möge es bitte nicht kommen…
Aus der großen Stadt westlich von uns kommen erste Meldungen über Regengüsse, aber hier ist nichts davon zu sehen, auch wenn sich der Himmel etwas einfinstert.
Der Regenradar zeigt, wie sich die Gewitterfront, die aus Südwesten heran zieht, rasch auflöst…

Alles wie immer in den letzten Monaten, außer heißer Luft – nichts…
Nur ist da plötzlich auf dem Radar eine Zelle, die eben noch nicht da war.

Und dann…

Mondfinsternis 27.07.2018

Es war ja kaum zu übersehen, die Medien überschlugen sich regelrecht in Vorankündigungen und Erklärungen zur längsten Mondfinsternis in diesem Jahrhundert.
Aber gut so – sonst hätten wir es wohl gar verpasst.

Schon Tage vorher wurde nun in einschlägigen Blogs und Foren „gegrast“, dann ein geeigneter Beobachtungspunkt, der zudem per Rad problemlos erreichbar sein würde, ausgemacht und voller Vorfreude am Vorabend noch einmal ein wenig das Fast-Vollmond-Fotografieren geübt.

Packliste: 2 Kameras für Nah – und Landschaftsaufnahmen, 2 Stative, 2 Klappstühle, 1 Flasche Wein.

Tja und dann kam doch tatsächlich am großen Abend das angekündigte Gewitter.
Ausgerechnet heute.
In den letzten Monaten hatten uns die zuverlässig angekündigten Gewitter und Regenfälle ebenso zuverlässig umgangen. Und heute???
Nach einer Menge Theaterdonner breitete sich doch wahrhaftig ein leichtes Regengebiet über uns aus, welches hartnäckig am Ort verblieb und sich nur gaaaanz langsam auflöste. Der ist ja auch dringend nötig – aber doch nicht HEUTE!!!!
Lt. Regenradar hatten sich die kompakten Wolken ringsum schon fast wieder aufgelöst – nur HIER NICHT!!!

Gegen 21 Uhr ist es jedoch so weit trocken, dass wir aufbrechen können.
Aufgebaut ist in der Dämmerung schnell, die Wolken verziehen sich allmählich, nur die Wolkenbank im Südosten werden wir nicht los.
„Das wird wohl nichts heute“ meint eine Frau, die mit ihren Hunden noch einen Abendspaziergang macht. Sieht ganz so aus, als ob sie Recht hat. Oder doch nicht?

Denn dort, über den Bäumen ist ganz zart und blass die Sichel des Mondes zu erkennen. Besser als nichts. Nur mkit dem Fokussieren gibt es bei diesen Lichtverhältnissen so seine Probleme, zumal offensichtlich auch aller paar Minuten nachjustiert werden muss.
Die Aufregung ist groß und es bleibt keine Zeit, Gebrauch von 1 Klappstuhl und 1 Flasche Wein der Packliste zu machen.
Erst mit zunehmender Dunkelheit wird der ebenfalls sehr dunkle Mond (das hätten wir gar nicht so vermutet) besser sichtbar.

Aber als dann der Mars aufgeht und Alexander Gerst in der ISS über uns hinweg schwebt, wird das Ganze doch noch zum Fest. Nun kommt auch 1 Flasche Wein zum Einsatz.
Die Fähigkeit zum Fotografieren leidet (zumindest im Augenblick) noch nicht darunter.
Gegen 23 Uhr wandert der Mond allmählich aus dem tiefsten Schatten, wird immer besser sichtbar, auch die rötliche Färbung bleibt noch erhalten und als der Moment kommt, in dem der erste Lichtfunke die absolute Finsternis beendet, könnte man glatt darauf anstoßen, so schön ist das. Ist nur ein wenig schwierig mit 1 Flasche Wein.
Während des Rückwegs kann man zusehen, wie die Lichtsichel immer breiter wird.
Schade, dass wir nun 105 Jahre auf ein ähnlich langes Ereignis warten müssen. Wobei der glitzernd rote Mars-Edelstein dann wohl kaum in derselben optimalen Konstellation das Bild vervollständigen wird. Und die ISS wird es dann vielleicht auch nicht mehr geben…

Maimorgen

Na ein Glück, die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Der Himmel ist wolkenlos, sehr kühl ist es auch.

Das ist gerade Recht – also nix wie raus auf die Wiesen, um diesen herrlichen Morgen zu genießen.

Schlafen kann man schließlich später auch noch 😉