Vom Brocken, Hexen usw. (8)

mit noch ein paar Eindrücken von der (halb-) wilden Ilse möchte ich diese Brockentour nun beenden 🙂

 

 

 

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Vom Brocken, Hexen usw. (7)

Das Schaumbad ist angerichtet…

 

 

Vom Brocken, Hexen usw. (3)

Am nächsten Morgen fällt der Sonnenaufgang aus. Dichter Nebel hüllt alles ein, ein stürmischer kalter Wind treibt Wolkenfetzen über den Berg, manchmal reißt es auf und gibt den Blick auf das Schaumbad der tiefen Wolkenschicht frei.

Wie schön das ist…

 

Nach einem guten Frühstück geht es schließlich an den Abstieg auf der Grenzstraße über die Nordseite des Berges.

Recht rasch sind wir aus dem Wolkennebel heraus, weiter unten ist es auch wieder spürbar wärmer.

Ganz viele Leute kommen uns entgegen. Aber solch ein Glück in Bezug auf gute Aussicht werden sie wohl heute kaum haben.

Die wilde Ilse ist nach der langen Dürre nun auch eher ein zahmes Wässerchen geworden, doch manchen Stellen zeigt sie sich trotzdem sehr fotogen. Und der Wunsch, unbedingt im Herbst, wenn sich das Laub verfärbt hat, noch einmal, nur diesen Ilsefällen zuliebe herzukommen, wird recht konkret. Brocken muss dann nicht sein, dieses wunderschöne Tal allein ist schon die Reise wert. Dafür sollte dann auch genug Zeit sein.

Bis Ilsenburg hinab dehnen sich die letzten Kilometer, leider muss wegen des zu erreichenden Zuges auch ein wenig Tempo gemacht werden. Aber der einsetzende Regen lädt ohnehin nicht unbedingt zum Bummeln ein.

Gemütlich war die Runde nicht, anstrengend wars.

Sehr schön wars.

Und Heines „Harzreise“ sollte man gelegentlich auch einmal wieder zur Hand nehmen.

Wir kommen wieder.

Vom Brocken, Hexen usw. (2)

… 22 Uhr dann Ende, doch die Aussichtsplattform oben im 8. ist noch offen und dort kann man einen traumhaften Blick auf die Lichter der ganz weit unten liegenden Städte und Dörfer und auf die Lichter des unendlichen Sternenhimmels oben drüber genießen.

In der Erinnerung spukt dem Radelnden Uhu noch die bemerkenswerte Nacht von anno 2015 herum, dieser Genuss des fast afrikanisch anmutenden Sternenhimmels nach einer anstrengenden Auffahrt per Rad. Damals gab es mangels geeigneter Fototechnik keine Chance, aber heute soll die Möglichkeit unbedingt genutzt werden, diesen Sternenhimmel auch aufs Bild zu bringen.

Also zieht er es vor, statt schon schlafen zu gehen, sich besser im eisigen Wind noch ein Stündchen um die Ohren zu schlagen und einfach nur in Ruhe zu schauen, zu fotografieren und sich des Ganzen ausgiebig zu erfreuen. Selbst die Milchstraße ist mit bloßem Auge deutlich zu sehen.

Es ist ungemein faszinierend, aus dieser Perspektive erkennen zu können, wie dünn und zart die Schicht ist, in der unser Leben möglich ist. Darüber öffnet sich der unendliche sternglitzernde Weltraum…

Gespenstisch steht weit unten der rote Mond knapp über Wernigerode, dann plötzlich bewölkt es sich rasend schnell und die Gelegenheit ist wohl für dieses Mal vorbei. In diesem Sinne muss man sogar dankbar sein, dass das Hotelrestaurant schon 22 Uhr geschlossen wurde, denn sonst hätte man dieses Erlebnis womöglich versäumt und auf die Erfüllung eines jahrelangen Wunsches noch länger warten müssen.

Fortsetzung folgt…

Vom Brocken, Hexen usw. (1)

Denkt man an den Brocken, denkt man auch meist an Hexen, Faust und Heine.

Auf Grund einer besonderen Jahrestags-Konstellation gab es für den Radelnden Uhu die einmalige und nicht wiederholbare Gelegenheit, zum Einen erneut endlich einmal wieder den Brocken zu besteigen, zum Zweiten, im Brockenhotel zu nächtigen und die exklusive Möglichkeit zu haben, mit viel Glück eine jeder seltenen nebelfreien Nächte da oben zu erwischen, um den Sternenhimmel abzulichten – und zum Dritten, diese Wanderung in der angenehmen Reisegesellschaft von vier Damen zu unternehmen.

 

 

Die Assoziation Hexen schieben wir an dieser Stelle einmal ganz beiseite – es konnte, kurz gesagt, nur schwerlich eine bessere Reisegesellschaft als an diesem Wochenende geben.

Mit Bahn und Bus war es nicht schwer, den Ausgangsort Schierke zu erreichen. Der Radelnde Uhu, quasi als wegekundiger und Kartenlesen-Könnender „Bergführer“, Geid, Guido oder Guide in dieser Runde geduldet, hatte die Idee, eine moderate und gemütliche Route von Schierke über den Wurmberg und anschließend auf dem Grenzweg entlang hinauf zum Brockengipfel zu legen.

So weit so gut.

Heidelbeeren gab es unterwegs genug, von denen auch genascht werden durfte, Füchse waren nicht zu sehen, und wir hoffen, dass der Wurmberg nicht so heißt, weil es dort Vorkommen von ebensolchen Tierchen auf Beeren usw. geben könnte.

Die „gemütliche“ Route führte zunächst hinauf auf den Gipfel des Wurmbergs. Nach teilweise recht steilem Aufstieg über Wurzelwege und Treppen sahen die Teilnehmer/innen der Reisegesellschaft ausnahmslos nicht mehr ganz so frisch und entspannt wie die bergab Laufenden aus. Auf Fotos von keuchenden und schnaufenden Bergwanderern wird deshalb generell hier verzichtet.

Die Assoziation „Faust“ vergessen wir demzufolge nun auch. Er ist wohl etwas entspannter auf dem Blocksberg angekommen.

Auf dem Gipfel des Wurmbergs gibt es neben einer schönen Aussicht auf den gegenüberliegenden Brocken eine tumult- und rummelplatzartige Ansammlung von Menschen, die zum großen Teil den Aufstieg per Seilbahn von Braunlage aus bewältigt haben. Nix für Gemüter, die die Stille in der Natur suchen. Aber auf die Gelegenheit zur ausgiebigen Pause soll nicht verzichtet werden.

Schon hier sind die großflächigen Schäden an den Fichtenwaldbeständen im Nationalpark Hochharz zu erkennen. Wen es interessiert, der kann hier gern nachlesen. Wir hoffen, dass es eine Chance gibt, den Wald mit entsprechenden Maßnahmen zu retten, zumal sich hier ja auch große Wildtiere wie der Luchs wieder erfolgreich angesiedelt haben

Weiter geht es dann auf einem leider entgegen aller Erwartungen wenig aussichtsreichen Weg in weitem Bogen hinüber zum Brocken. Hier sind nur einige Leute unterwegs, erst in Brockennähe wird es wesentlich lebendiger. Manche können nicht einmal auf ihre geliebte Musik verzichten, Einer scheint in seinem Rucksack eine Hifi-Anlage zu tragen, mit der er im Umkreis von mehreren hundert Metern laut und deutlich zu vernehmen ist. Gute Methode, schnell gefunden zu werden, falls er sich zwischenzeitlich verirren sollte. In dichter Frequenz schnaufen im oberen Gipfelbereich die Züge der Brockenbahn an uns vorbei.

Und vermutlich eine Mountainbikerin hat es in einer scharfen Kurve auf der Brockenstraße voll erwischt, sie muss mit Rettungshubschrauber abtransportiert werden.

Die Masse der Menschen bewegt sich um diese Stunde per Brockenbahn oder sogar zu Fuß schon bergab, so dass unsere kleine Reisegesellschaft in den Genuss kommt, nur mit wenigen gleichgesinnten hoffnungslosen Romantikern einen wunderschönen Sonnenuntergang von ganz oben zu erleben. Tief unten die Welt, die Mühen der Ebene – hier oben ist plötzlich alles ganz frei und leicht.

Dieses Licht, diese Farben – ein Traum.

Die vier Damen ziehen sich dann in die „Hexenklause“ im 7. Stock des Brockenturms zurück (die entsprechende Assoziation schieben wir auch jetzt gaaanz weit weg), sorgen aber dafür, dass der heftig mit Fotografieren beschäftigte Radelnde Uhu noch zu einem guten Essen kommt. Der Service hier oben – na ja… Aber – zumindest gibt es kurz vor Feierabend gegen 22 Uhr rasch noch ein Bierchen – wenn man sich mit dem leeren Glas selbst mal vor zum Ausschank bewegt.

Fortsetzung folgt….

 

Surreale Mondnacht

Es gibt Momente, die wiederholen sich gar nicht oder wenn, dann nur selten im Leben.

Die Eindrücke dieser Stunden in einer Nacht im Januar 2018, als nur wenige Meter von unserer Haustür entfernt, das fahle Mondlicht und die bodennahen Nebel zusammen mit den Lampen im Dorf eine mystische und surreale Stimmung schufen, sind auf der neuen Seite im Menü Nachtfotografie unter  „Surreale Mondnacht“ zu finden.

Viel Spaß beim Anschauen.

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Perseiden 11.08.2018

 

 

 

Der Volksmund soll sie, weil sie ungefähr zum Fest des Märtyrers Laurentius von Rom, der 258 auf dem Scheiterhaufen starb, am Himmel erscheinen, als Laurentiustränen bezeichnen.

Jedes Jahr gegen Mitte August, durchfliegt unsere Erde die Staubspur des sich auflösenden Kometen 109P/Swift-Tuttle. Deren Bestandteile, die in die Erdatmosphäre eindringen und verglühen, sorgen um diese Zeit für einen Sternschnuppenregen. Statt einer ausschließlich romantischen Sicht auf dieses Ereignis und der bevorstehenden Qual, bei einer solchen angekündigten Dichte von Sternschnuppen sich für jede auch möglichst einen Wunsch einfallen zu lassen, rückt allerdings auch Poes „Gespräch zwischen Eirios und Charmion“ in Erinnerung.

Nun ja – die Romantik lässt im Augenblick etwas zu wünschen übrig. Es ist a…kalt und die Temperatur stürzt in dieser Augustnacht quasi spürbar in den Keller. Die Jacke ist zu dünn, so dass nach ca. einer Stunde ein leichtes Zittern zur permanenten Begleiterscheinung gehört und Sitzen im mitgebrachten Klappstuhl könnte für gesundheitliche Kollateralschäden sorgen.
Der Rest der Familie hat es vorgezogen, sich im Sommerkino herum zu treiben – aber da ist es genau so kalt.

Und doch, allmählich wird der Lärm der Feiernden im Dorf – ja es war Schulanfang heute – leiser, die Dunkelheit wird noch intensiver, aber die Augen haben sich gut daran gewöhnt, so dass es kein Problem ist, mit der Fotoausrüstung zu hantieren. Im Licht der Sterne sozusagen…

Und dieser Sternenhimmel ist in dieser kalten Nacht tatsächlich ein Fest.

Der Sternschnuppenregen ist eine Nacht vor dem angekündigten Maximum leider eher ein Getröpfel, statt 100 pro Stunde sind gerade einmal 7 oder 8 in zwei Stunden zu erspähen. Aber was solls, schon allein dieser Traum von Milchstraße, der sich schwach leuchtend quer über den Himmel zieht und selbst der diffuse Lichtpunkt unserer Nachbargalaxie, der Andromeda, ist heute mit bloßem Auge zu erkennen. Südwestlich steht der helle rötliche Punkt des Mars, unweit des gerade untergehenden Zentrums der Milchstraße. Wie schön das ist…
Schade, dass die Lichtverschmutzung der naheliegenden Großstadt und der Gemeinden ringsum für eine gewisse Eintrübung der Sicht sorgt.
Statt also weiter mit dem lichtstarken 15 mm-Irix in endloser Reihenaufnahme die Region zwischen Großem Bären, Perseus hin bis zur Cassiopeia abzulichten und auf Bilder von (seltenen) Sternschnuppen zu warten, verliert der Radelnde Uhu irgendwann nach zwei Stunden Frierens die Geduld und vertreibt sich die Zeit noch mit ein paar Aufnahmen der grandiosen Milchstraße, ehe es gegen ein Uhr zurück ins Warme geht.

In der Nacht des angekündigten Maximums des Perseiden-Stroms verhüllt eine leichte Wolkendecke den Himmel in nordöstlicher Richtung. Also – alles gut.

Im November steht als nächstes der Leonidenschwarm, im Dezember die Begegnung mit den Geminiden an. Und da wird es zeitiger dunkel…

Eine Sternschnuppencollage, wie sie Katja Seidel und Lance Keimig so wunderbar gestaltet haben, kommt nun auf die To-Do-Liste für die Zeit, in der der Radelnde Uhu nicht mehr früh aufstehen muss, um zur Arbeit zu radeln. Man braucht ja auch noch Ziele für später…