Darß und Zingst im Herbst

 

 

In der nächsten Zeit möchte ich Euch in einer losen Reihe von Bild- und Textbeiträgen auch diese wunderschöne Region ein wenig vorstellen.

Seit vielen Jahren sind wir immer wieder zu Gast hier oben im „hohen“ Norden. doch zum ersten Mal seit zehn Jahren haben wir den Darss auch einmal wieder im Herbst besucht.

Ganz einsam ist es selbst in dieser Jahreszeit, in der die Tage spürbar kürzer und kühler werden, nicht – besonders in den Urlauberzentren Prerow und Zingst.

Es gibt jedoch abseits der Hauptwege auch hier noch sehr stille und wilde Gegenden… Steht man ein wenig früher auf oder ist noch etwas später unterwegs, dann kann man sogar manches kleine Abenteuer und Wunder erleben.

Und dann gab es noch einen ganz speziellen Grund, der uns Ende Oktober hierher lockte. Aber davon später.

 

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Keine Weinkenner…

Mal ganz ehrlich (und unter uns) gesagt – wir sind gar keine Weinkenner. 😉
Aber das hindert uns nicht, wieder einmal mehr mit dem Zug nach Naumburg zu reisen, an diesem wunderbar goldenen Oktobertag zunächst an der Naumburger Wein- und Sekt-Manufaktur unter alten Bäumen am Saaleufer ein erstes Glas Wein zu genießen und dann durch den Blütengrund am Fluß entlang hinauf in die Weinberge zu steigen.
So stolpern wir auch mehr oder weniger unverhofft auf das Grundstück des „Präsidentenbergs“.
Der Eigentümer, Herr Brüning begrüßt uns sehr herzlich und innerhalb von Minuten erhalten wir von ihm in launige und schnurrige Anekdoten verpackt eine Menge Informationen und Wissen über die Umgebung und die Regionalgeschichte. Sogar der Urgroßvater vom ehemaligen Bundeskanzler Schröder hat hier Spuren hinterlassen.  Und nach den Schilderungen scheint es für uns auch nicht mehr ausgeschlossen, dass sich hier oben Goethe und Napoleon eines schönen Frühlingstages zum Angrillen trafen.
Nichtsdestrotz, wir sind fasziniert vom Wissen unseres Gastgebers.
Die Frau Brüning, welche uns alsbald an unserem lauschigen Plätzchen im Grünen ihren selbst angebauten und bei Schulpforta gekelterten Wein kredenzt, enttarnt uns natürlich augenblicklich als Laien und „Hochstapler“ – ja, wir geben es zu, wir haben keine Ahnung vom Wein 🙂
Ihrer Anschauung, dass das gut ist, was schmeckt, können wir jedoch nur zustimmen – ganz ohne Fachsimpelei und Wissenschaft.
Natürlich spielt dazu auch die Umgebung, die Stimmung, die ganze Atmosphäre des Augenblicks eine entscheidende Rolle. Heute ist es der Rote, der ungemein zusagt, morgen kann es ein Weißer sein….
Und hier oben, mit Blick über die teilweise schon sehr alten Weinreben, deren Blätter nun langsam gelb werden, aufs sonnenüberflutete Saaletal schmeckt einfach jeder Wein, der uns angeboten wird.
So verbringen wir eine sehr schöne unterhaltsame Zeit an diesem idyllischen Fleckchen Erde, das Entschleunigen, welches die Familie Brüning bei ihren Gästen anstrebt, setzt fast augenblicklich ein…
So fällt der Abschied dann sogar ein wenig schwer, aber wir wollen ja noch weiter, an der Unstrut entlang  bis in schöne kleine Freyburg.
Das Städtchen ist dann nicht mehr weit – und im Restaurant unterhalb des herzoglichen Weinbergs ist auch ein Bier nicht zu verachten 🙂
Das war mal wieder ein schöner Tag.

 

Riesengebirge – Elbetal

Von Spindlermühle führt hinauf zur Elbfallbaude (1380 m) ein ca. 8 km langer Wanderweg, der zunächst asphaltiert und rege von Radlern genutzt, zunehmend alpiner wird.

Bald weicht der dichte Wald lichtem Bergwald, der wohl auch am Ende des Grundes durch Lawinen einige Schäden davon getragen hat.

Und oben, über dem Elbefall, thront die Elbfallbaude, ein in den 70ern des letzten Jahrhunderts errichteter Betonklotz. Architektonisch kein Highlight, aber die warmen Speisen tun nach dem Aufstieg gut und der weite Ausblick über die Sieben Gründe hinüber zur Schneekoppe ist fantastisch.

 

Riesengebirge – Bile Labe

Tief im hinteren Gebirge gibt es einen geheimnisvollen Talgrund, den Grund der Weißen Elbe – Bile Labe.
Der Weg dorthin ist von Spindlermühle aus recht lang, für den öffentlichen motorisierten Verkehr gesperrt und auch aus dem Gebirge hinab, von der Wiesenbaude zum Beispiel, ist der Weg steil und steinig.
Im Sommer noch recht gut besucht, nehmen dann im Herbst von den wenigen Urlaubern hier noch weniger die Anstrengung auf sich, um dort hin zu kommen.
Der Lohn ist das Erleben einer urtümlichen Landschaft mit felsigen Hängen, wild über Steinplatten schießenden Wassern und einem Urwald, der mit seinen grotesken Baumruinen gespenstisch wirkt.