Riesengebirge – Oktoberwinter

Auch wenn uns in diesem Jahr hoffentlich noch ein paar goldene Oktobertage bevorstehen, möchte ich nun mit diesen Bildern die kleine Riesengebirgsserie abschließen.

Wen es interessiert, der kann die Beiträge gern noch einmal unter Landschaften/Riesengebirge nachschlagen.

 

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Riesengebirge – Wintereinbruch

Erinnerungen:

Seit gestern schneit es hier in arktischen Ausmaßen. Unerwartet ist das gekommen, es ist Anfang Oktober, niemand hat damit gerechnet und am Auto haben wir auch noch die Sommerreifen – ausgerechnet. Aber der Winterdienst hat die Situation auf den Straßen gut im Griff, die kennen sich damit aus.
Bunt verfärbte Laubbäume, Vogelbeeren – von Schnee überzuckert, das sind jetzt in den Tälern sehr schöne Fotomotive.
Der Schnee, je höher ich steige, wird immer tiefer, hier bin ich heute der Erste, der Einzige?
Eiszapfen an den Felsen über der Masaryk-Straße, die man in den 30er Jahren bis auf 1400 m hinauf erbaut hatte, wehende Schneewolken, wie Nadelstiche im Gesicht…
WhiteOut, die Bäume verschwinden im grauweißen Nebel.
Schließlich bin ich oberhalb der Baumgrenze an der Vrbatova Bouda. Aber nun fehlt auch jeglicher Schutz gegen den Sturm hier oben.
Im letzten Jahr waren wir auch hier, da schien eine milde Herbstsonne, goldene Lichter über den Höhen des Riesengebirges konnte man hier genießen.
Und jetzt – beträgt die Sichtweite nicht einmal 20 Meter.
Durch knietiefe Schneewehen wühle ich mich noch bis zum Denkmal oberhalb der geschlossenen Vrbatova Bouda, die nur einen Imbissstand bietet, hinauf.
Die Hütte wurde übrigens nach dem Skilangläufer Václav Vrbata benannt, der im März 1913 bei einem Wettkampf seinem Freund Bohumil Hanč, den er halb erfroren auf dieser Höhe vorfand, mit einer Jacke ausgeholfen hatte. Leider half das nicht, Beide erfroren bei dem eisigen Wetter. Ihnen zum Gedenken hat man das Denkmal hier errichtet.
Nein, es hat keinen Sinn, weiter zu gehen, selbst der Weg ist nicht mehr zu erkennen.
Schluss – da hat mir doch das kleine Riesengebirge doch glatt meine persönlichen Grenzen aufgezeigt.

 

Riesengebirge – Elbetal

Von Spindlermühle führt hinauf zur Elbfallbaude (1380 m) ein ca. 8 km langer Wanderweg, der zunächst asphaltiert und rege von Radlern genutzt, zunehmend alpiner wird.

Bald weicht der dichte Wald lichtem Bergwald, der wohl auch am Ende des Grundes durch Lawinen einige Schäden davon getragen hat.

Und oben, über dem Elbefall, thront die Elbfallbaude, ein in den 70ern des letzten Jahrhunderts errichteter Betonklotz. Architektonisch kein Highlight, aber die warmen Speisen tun nach dem Aufstieg gut und der weite Ausblick über die Sieben Gründe hinüber zur Schneekoppe ist fantastisch.

 

Riesengebirge – Bile Labe

Tief im hinteren Gebirge gibt es einen geheimnisvollen Talgrund, den Grund der Weißen Elbe – Bile Labe.
Der Weg dorthin ist von Spindlermühle aus recht lang, für den öffentlichen motorisierten Verkehr gesperrt und auch aus dem Gebirge hinab, von der Wiesenbaude zum Beispiel, ist der Weg steil und steinig.
Im Sommer noch recht gut besucht, nehmen dann im Herbst von den wenigen Urlaubern hier noch weniger die Anstrengung auf sich, um dort hin zu kommen.
Der Lohn ist das Erleben einer urtümlichen Landschaft mit felsigen Hängen, wild über Steinplatten schießenden Wassern und einem Urwald, der mit seinen grotesken Baumruinen gespenstisch wirkt.

 

Kennt Ihr das?

Kennt Ihr das?
Es gibt Augenblicke, in denen man meint, die Stille greifen, anfassen zu können.
Und als Fotograf hat man sogar manchmal noch die Gelegenheit, diesen Moment abzubilden, im Bild fest zu halten.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Wochenende 🙂

Weitere Fotos zur Blauen Stunde findet Ihr hier

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