Surreal

Warum so? Warum wurde diese Bild wieder entsprechend nachbearbeitet?

Warum blieb es nicht bei der Finsternis, die wirklich herrschte?

Die Szene war surreal. Man sah den Sternenhimmel, wesentlich heller, klarer als die direkte Umgebung, die in undurchdringlicher Dunkelheit versunken war.

Diese Umgebung ist bekannt von häufigen Ausflügen hierher. Man kannte den Kiesstrand, wusste um die vielen Menschen, die sich tagsüber hier tummelten und das Gehirn kombinierte diese beiden Bilder.

Das des Augenblicks und das der Erinnerung.

Und das machte das Ganze so unwirklich, surreal…

Noch eigenartiger wäre es nur gewesen, wenn wie auf einem Bild von Mikko Lagerstedt plötzlich ein Pferd erschienen wäre.

Aber so blinkten nur die Lampen der aufgeschreckten Angler am Ufer. Was will dieser merkwürdige Kerl hier?

Es geht also auch hier um ein spezielles Gefühl, welches sich nicht mit einem authentischen unbearbeiteten Foto vermitteln lässt.

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Wieder einmal Herbst…

Schneller als gedacht ist es so weit.

Und der Absturz vom Sommer in den Herbst macht sich doch recht deutlich bemerkbar. Nicht nur temperaturmäßig, sondern auch in Bezug auf die Farbexplosionen am Abendhimmel lässt er nichts zu wünschen übrig.

 

Wetterphänomen

Am 01.11.2018 gab es ein Wetterphänomen (kann man auch hier nachlesen), welches ganz eigenartige Lichtverhältnisse an jenem Abend schuf. Die Sonne, beschien kurz vor dem Versinken hinter dem Horizont die dichte Wolkendecke über uns von unten. Und als dann schließlich noch die Graugänse in langen Ketten unter diesen zerfasernden Wolken ihren Schlafplätzen zuflogen, war der Moment wohl nicht nur eigen- sondern auch einzigartig.

Abends am See (2)

Fledermäuse flattern umher, es werden immer mehr. Der Radelnde Uhu wird das Gefühl nicht los, als wäre er ein wesentlicher Bestandteil ihres Hindernisparcours, die Tiere sausen schwarz und gespenstisch heran und kurz vor seinem Kopf weichen sie aus.
Entfernt ist Feuerschein zu sehen, der sich im Wasser spiegelt – den Abend zelebrieren mit einem Feuer am dunklen See. Dort werden die Weinflaschen kreisen, vielleicht…
Und hier, wo der Radelnde Uhu steht, ist es mittlerweile ganz finster geworden. Die Milchstraße ist mit bloßem Auge zu erkennen.
Was wäre wenn…
Zugegeben, unbearbeitet würden die Aufnahmen nichts von der jetzigen Stimmung wiedergeben, schwarzer Wald, schwarzer See, schwarzer Himmel mit Sternenpünktchen. Nichtssagend…
Aber so – schon wird es etwas deutlicher, wie surreal diese bei Tageslicht so wohlbekannte Landschaft ist, ein stilles, menschenleeres Seeufer, schweigend, gläsern eingefrorener Wald und über allem ein endloser Sternenhimmel.
Traumzeit, Raumzeit, Traumlandschaft, „Quiet Earth“ und „Contact“… Begriffe, Eindrücke, die in der Außenwelt nach heutiger Ansicht nichts miteinander zu tun haben, vermischen sich, bilden ein Neues, Fremdes, Merkwürdiges…
Alles ist anders, nichts ist normal und nichts mehr wie es eben war…
Eigenartig.

Abends am See (1)

Die Landschaft um diese Tageszeit zu fotografieren kann zur Sucht werden, das lässt einfach nicht los.
Zudem muss man ja auch dem (radelnden) Uhu als nachtaktivem Tier manchmal gerecht werden.
Die Lichter und Farben nach einem grandiosen Sonnenuntergang Anfang Oktober sind allein schon ein unvergessliches Erlebnis. Dazu schläft nun der leichte Wind vollkommen ein, der Wasserspiegel wird ganz still, klar, nur die Fische stupsen ab und zu an die Oberfläche und erzeugen kreisrunde Wellen.
Dort, wo das Wasser schon in der Finsternis versunken ist, ist unerwartet eine goldene Lichtspur zu entdecken. Ein paar Wasservögel streben ihrem Nachtquartier zu.
Am Südhimmel erscheint als erster und seit Monaten immer noch hellster Lichtpunkt der Mars. Mit zunehmender Dunkelheit ist auch bald der Saturn zu finden.
Der Übergang zwischen Tag und Nacht, noch glühen im Westen die letzten Sonnenlichter, da ist der Himmel im Osten schon in ein dunkles Blau übergegangen und immer mehr Sterne blitzen auf. Die Menschen, die vor wenigen Minuten noch lärmend am See unterwegs waren, sind verschwunden, Stille kehrt ein.
Man kann sie hören, die Stille – wenn man ganz ruhig ist.

Licht-Sammeln

Manche sammeln Zündholzschachteln, manche Matchbox-Autos oder Briefmarken (gibt es die überhaupt noch?) und manche…

Was solls.

Es gibt für Manche (fast) nichts Schöneres, als an einem wolkenlosen frühen Oktobermorgen das verfügbare Licht zu sammeln.