Maimorgen

Na ein Glück, die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Der Himmel ist wolkenlos, sehr kühl ist es auch.

Das ist gerade Recht – also nix wie raus auf die Wiesen, um diesen herrlichen Morgen zu genießen.

Schlafen kann man schließlich später auch noch 😉

 

 

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Teilchen

 

Tief im hinteren Wald gibt es einen Weiher. Nur wenigen bekannt, geheimnisvoll, vom Schilf weitgehend zugewuchert, liegt er da im Sonnenlicht.
Stille ist hier und mit Stille ist das völlige Fehlen menschlichen Lärms gemeint.
Keine unsinnig laut röhrenden Motoren, kein Wort, kein Schreien, kein Trampeln sind zu vernehmen. Nur das Rauschen des Windes und Vogelgezwitscher ist zu vernehmen.

Der Betrachter versucht erneut, sich klein zu machen, regungslos sitzt er am Ufer und nimmt diese Ruhe in sich auf. Graugänse schlummern entspannt am Schilfrand, während ein Schwanenpaar gelassen seine Runde auf dem Wasser dreht.
Rotkehlchen, Bachstelzen, Buchfinken und über allem ein hoch oben kreisendes Bussard-Duo – das ist Leben.

Der Mensch ist ein Wesen, welches offensichtlich gar nicht mehr anders existieren kann, als er es tut. Wer ist noch in der Lage, einfach nur da zu sein, sich und seine Ansprüche auf alles wenigstens für kurze Zeit zurück zu nehmen und zu begreifen, dass die Natur keine Kulisse ist, die er nach Belieben ignorieren kann, sondern etwas ist, welchem er auch sein Dasein verdankt, dass auch er nur ein kleines Teilchen in einem großen Ganzen ist?

Geheimnisvoll

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Das ist das letzte Foto, welches an diesem stillen Morgen am Teich entstand.

Unwirtlich, beinahe bedrohlich wirkt der Wald, eisig ist die Luft und geheimnisvoll ist der Sog der Tiefe unter der spiegelnden Wasseroberfläche.
Verloren das Blesshuhn im leichten Nebel…

Dass in diesem Moment hinter dem Wald die Sonne aufging, ist kaum zu spüren, einige Zeit später wird sich der Wald lichtdurchflutet und freundlich gezeigt haben.

Störung

Das Bellen im Unterholz verrät, dass der Rehbock aufschreckt. Dann bricht er mit seiner Begleitung auch schon hinaus auf die von der Morgensonne überflutete Wiese und hält erst in gehöriger Distanz inne, um den Verursacher dieser Störung zu beobachten.

Dieser, mit einem kleinen schlechten Gewissen, erstarrt in seiner Bewegung, um diesen stillen Morgen nicht noch weiter durch seinen unbedachten Menschenlärm zu zerstören und zieht sich ganz behutsam und leise in das Dunkel des Waldes zurück.

Spiegelbilder

 

Ein heller Morgen, die Sonne, die sich hinter leichten Schleierwolken versteckt, zaubert ein bleiches Licht auf die Landschaft, die Reihe alter kahler Bäume am jenseitigen Ufer des Teiches.

Nebel, der sich von der Wasseroberfläche hebt und langsam in Nichts auflöst und gelegentlich ein Wasservogel, der entspannt durchs Bild schwimmt…

Wie malt man dieses Licht, diese Farben, diese Strukturen an solch einem Morgen, um dem Betrachter die Stimmung zu vermitteln, ohne das Foto, welches ja die Realtitä wiedergibt, zu verfälschen? Die Kamera ist unbestechlich, das was sie aufzeichnet, ist jenseits jeglicher Gemütsregung. Also muss man behutsam nacharbeiten, ein wenig mehr Licht ins Bild, etwas mehr die Tiefen herabziehen…

Ja, so war es, das habe ich so empfunden.

Morgen am See

 

„Es duftete nach Erde, Wald und Wasser… Bleßhühner fahren hupend umher und machen den See zum Rummel- und Tummelplatz. Das ‚Kökökök“ der Haubentaucher und das sägende „Räb-räb“ der Stockenten-Erpel fährt durch die dünnen Zweige der Faulbäume…“ (Erwin Strittmatter – Der große Gesang aus 3/4 hundert Kleingeschichten)

Diese Worte kommen mir in den Sinn.

Das Nachtdunkel weicht der nebelverhangenen Dämmerung über dem See. Es ist ein kalter Morgen Ende März, ein Stück weit abseits menschlichen Getöses beginnt mit dem ersten Tageslicht der große Gesang des Lebens am See.
Am Ufer sitzend verschmilzt der Beobachter dieses Schauspiels unauffällig mit der Landschaft. Er wird von den Tieren nicht mehr als Eindringling oder gar Feind in ihrem Kosmos betrachtet und so gehen sie ohne Scheu ihrem Morgenwerk nach.
Graugänse, die eben in einer Gruppe rauschend auf dem Wasser niedergegangen sind, tauchen halb aus dem Nebel auf und verschwinden wieder darin, der Haubentaucher zieht unbeirrt seine Bahn auf der glatten Wasseroberfläche. Bleßhühner, Reiher- und Tafelenten sammeln sich in Grüppchen und schauen sich nach Frühstück um.
Die Reiher testen rau krächzend ihre Stimmen und ab und hört man ein „glumb, glumb“ aus dem Schilf.

Hinter dem Wald geht die Sonne auf und taucht die reiferstarrte Landschaft in ein warmes goldenes Licht.