Grimma bei Nacht (2)

 

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am wilden Fluss (1) – bei Wurzen

In weiten Teilen mit unverbauten Ufern und ausgedehnten Auelandschaften hat die Mulde ihren noch recht ursprünglichen Charakter bewahrt. Die Mulde soll aber auch der schnellste Fluss Europas sein – was u.a. dazu führte, dass Städte vor den verheerenden Hochwasserwellen von 2002 und 2013 nicht rechtzeitig geschützt werden konnten.

 

Sternenfahrt (2)

Und dann weicht der Tag langsam der Nacht, die lockeren Wolken und die durchscheinenden Sterne über dem stillen Wasserspiegel beginnen zu zaubern…
Irgendwann ist jedoch der schönste Augenblick zu Ende.
Auf zur Rückfahrt – Rückfahrt?
Einer zügigen Heimfahrt stellen sich plötzlich noch gewichtige Nachthimmelargumente entgegen. Das kann man nicht unbeachtet lassen, also anhalten, Stativ wieder raus, aufbauen, Kamera, Fernauslöser suchen…
Ab und zu werde ich ins grelle Scheinwerferlicht der Autos getaucht, die werden sich wundern, was der merkwürdige Mensch hier auf der finsteren Wiese so treibt. Radelnder Uhu eben…
Nun aber – na noch nicht ganz.
Es gibt am Albrechtshainer See noch eine Lokäischen, die man bei diesem Himmel eigentlich noch aufsuchen müsste. Im Dezember des vergangenen Jahres habe ich mir hier schon einmal die Füße abgefroren… Heute jedoch steht das Ganze unter Wasser, der Seespiegel ist gestiegen. Nichtsdestotrotz sind von etwas weiter oben ein paar Aufnahmen möglich.
Aber jetzt – Heimfahrt.
Leider sind auf gerader Strecke jetzt auch einige Idioten unterwegs, die die Fähigkeiten ihres Autos bis zum Anschlag ausreizen und mit Vollgas durch die Dunkelheit rasen. Na, zum Glück nix passiert.
Ob die wissen, was sie verpassen? Vermutlich nicht und vermutlich ist es denen auch völlig egal.
Was mir aber gerade nicht egal ist, sind die Nebelschwaden, die sich infolge der stark abgekühlten Luft über dem Boden bilden. Geisterhaft im Scheinwerferlicht, das könnte doch…
Glatt ein Fotomotiv werden.
Also ist die Tour noch nicht erledigt, der Radelnde Uhu muss noch einmal auf die Wiesen an unserem Flüsschen. Und wie erhofft, haben sich auch hier bodennahe Nebel gebildet, über denen sich der endlose Sternenhimmel wölbt.
Was für eine Sternenfahrt war das heute – die Hoffnung ist groß, dass der kommende Winter noch etliche solcher Möglichkeiten bietet.
In diesem Sinne braucht man sich vor der dunklen Jahreszeit eigentlich nicht zu fürchten.

 

Sternstunde im Westbruch

Die spontanen Aktionen sind meist die Besten – und bleiben demzufolge auch lange im Gedächtnis haften.
Nach einem eher trüben grauen Novembertag zeichnet es sich am Nachmittag schon ab. Das könnte ein kalte, weil voraussichtlich wolkenlose, Nacht werden.
Drinnen ist es zwar schön warm und gemütlich, aber die letzten Lichter des Tages da draußen werden immer intensiver, kräftiger, goldener…
Sollte man nicht doch? Kalt ist es, und da nochmal aufs Rad? Ein paar Kilometer in der unbehaglichen Dämmerung zum Ziel radeln?
Man sollte…
Es ist fast dunkel, als ich das Ziel am Kohlenberg erreiche. Den Kohlenbergteich habe ich schon im Frühjahr wegen seiner zahlreichen Wasservögel häufig besucht. Jetzt hat man das Wasser abgelassen, die Lichtreflexe im Schlamm und im verbliebenen Wasser sehen interessant aus. Aber das Schilf ist übermannshoch und ohne schlammige nasse Füße kommt man nicht so recht ran.
Ehe also die Zeit mit Suchen im Dunklen vergeudet wird, da muss nochmal am Tag eine passende Stelle gesucht werden, beschließe ich, meinen zweiten Plan umzusetzen und den Westbruch am Kohlenberg aufzusuchen und mit Sternenhimmel abzulichten.
Der waldreiche Kohlenberg mit 179 Metern Höhe im Osten von Leipzig ist für unsere Verhältnisse schon eine recht mächtige Erscheinung. Oben hat man eine schöne Sicht auf Leipzigs Skyline, das ist jedoch heute nicht die Absicht, denn es gibt noch zwei ehemalige Steinbrüche hier.
Im trockenen Ostbruch befindet sich der Klettergarten des DAV, im Westbruch, der voll Wasser ist, befindet sich ein Tauchrevier.
Nach einem sehr dunklen Hohlweg ist der Bruch schnell erreicht, die Finsternis weicht einem milchigen Grau, in dem die gegenüberliegenden Felswände verschwimmen, das wirkt äußerst mystisch und märchenhaft und wird vermutlich durch die Kälte verursacht. Oder machen meine Augen nicht mehr richtig mit? Das wäre auch nicht auszuschließen.
Zunächst wieder ein paar Testaufnahmen. Vorsicht, dabei nicht ins Wasser fallen… Die ISS zieht ihre Bahn, im Osten verglüht eine von Nord nach Süd fliegende kleine Feuerkugel am Himmel und überall Sterne, Sterne, Sterne… Wasser, Felsen und Baumkulissen, darüber der unendliche Nachthimmel.
Es lohnt sich wieder einmal. Gut dass ich hier stehe, hocke und (nur ein ganz klein wenig – ehrlich) friere, zu Hause sitzen kann man später noch genug.
Einfach nur schauen und staunen – wieder einmal. Und gelegentlich ein Foto machen.
Auf dem Rückweg wird dann doch noch einmal am Kohlenbergteich gehalten. Hinter den Bäumen am anderen Ufer brennt man gerade ein großes Feuer ab. Das sieht natürlich äußerst eindrucksvoll über dem Wasser aus. Schnell alles aufgebaut, Kamera befestigt, Fernauslöser und…
Da hat sich beim EInpacken vorhin etwas verstellt – Videomodus – das kann doch nicht sein – selbst mit Stirnlampe ist die Suche erfolglos. Fazit: man sollte sich, wenn man mit der Kamera nicht restlos vertraut ist, darauf einstellen, dass gerade bei Nachtfotografie mancher Weg umsonst sein könnte – grrrrmbl. (Dass das nur ein kleiner Hebel ist, wird eine halbe Stunde später bei Licht festgestellt – aber – ein Grund mehr, sich noch einmal auf Tour zu begeben)

PS: in der Fotonachbearbeitung zeigt es sich – es ist (obwohl subjektiv anders empfunden) einfach zu hell bei uns. 15 km Abstand zur Großstadt sind nicht genug, um, wie auf dem Darß, die Milchstraße fast plastisch erscheinen zu lassen – es gibt zuviel störendes Licht.
Fazit: Für die Milchstraßenfotografie eignen sich tatsächlich nur die ganz dunklen Ecken auf unserem Planeten. Belassen wir es also beim stillen märchenhaften Steinbruch und dem Sternenhimmel darüber.
Lasst es einfach auf Euch wirken 🙂

(hier findet Ihr weitere Bilder zum Sternenhimmel)

Von Bäumen und Sternen

Hier drinnen ist es schön warm, aber draußen verziehen sich die Wolken dieses regnerischen Tages und geben zunehmend einen schönen schwarzen sternglänzenden Himmel frei.

Das lockt, auch wenn es wieder einmal Überwindung kostet, jetzt noch einmal ins kalte Dunkel da draußen hinaus zu gehen.

Die andere Alternative wäre der übliche (krampfig auf unüblich getrimmte) Sonntagabend-„Tatort“. Muss man eigentlich nicht haben.

Ok – Entscheidung ist gefallen, Kamera, das lichtstarke Irix-15-mm ist dran, Stativ, Fernauslöser, Ersatzakku, mehr braucht man jetzt nicht.

Stirnlampe – ja, die zur Sicherheit noch, es ist ja jetzt stockfinster.

Die letzten Siedlungshäuser liegen hinter mir, die Kleingartenanlage liegt in tiefster Finsternis, nur ein Kleintransporter der mit voll aufgeblendeten Scheinwerfern davor steht, irritiert mich. Gehört der Mann hier dazu oder räumt der die Lauben aus?

Im Westen schimmert es noch etwas heller von der untergegangenen Sonne, schöne farbige Wolken stehen dort über Leipzig, von Osten her wird es nun Nacht.

Über mir Kassiopeia, die Andromeda wird nachher hoffentlich auf den Bildern wieder deutlich zu erkennen sein, im Norden der Große Wagen… Einfach schön.

Dann überfliegt uns die ISS, unverkennbar zieht sie schnurgerade ihre leuchtende Bahn gen Südosten.

An den alten Bäumen, meinen „Models“ ist es noch finsterer, so dass nur der akute Wassereinbruch in den Schuhen (war das nicht Goretex innen? Na – jetzt ist es zu spät) daraus schließen lässt, dass ich gerade in irgendeiner Pfütze auf der Wiese stehe.

Aber bei dieser Stimmung und Atmosphäre unter diesem gewaltigen Sternenhimmel spielt das jetzt gar keine Rolle.

Wie gemalt strecken die knorrigen Baumruinen ihre dürren Äste in den Himmel, wo sanft die Milchstrasse schimmert. Leichte Wolken aus West verleihen dem Ganzen noch mehr Räumlichkeit und Tiefe. Und ab und zu ist einfach nur Dastehen, Schauen und Staunen angebracht.

Wie klein ist der Mensch angesichts dieser Größe und Weite.

 

Die Temperatur ist mittlerweile auf 5°C gefallen, die nassen Füße werden kalt. Einige Aufnahmen sind nun auch im Kasten, bin gespannt darauf.

Auf dem Rückweg ist sogar noch eine kleine Sternschnuppe zu sehen, was wünscht man sich jetzt auf die Schnelle? Vielleicht, dass sich solche Momente rasch wiederholen mögen?

Und dann wird es doch noch ein wenig unheimlich, denn von Nordwest nach Südost zieht plötzlich eine kleine leuchtende Kugel mit Feuerschweif, ähnlich einer Silvesterrakete über den Himmel und verglüht. (ganz so groß wie hier war sie nicht, aber sah ähnlich aus)

Nicht vorzustellen, was geschieht, wenn dieser Eindringling in die Erdatmosphäre etwas größer gewesen wäre – da kommt sofort Tscheljabinsk 2013 oder Tunguska 1908 in Erinnerung.