Leuchtende Schleier am Nachthimmel

Wem der folgende Text zu lang ist, der kann auch gern sofort ans Ende scrollen, dort kommen viele Fotos 😉

Gesehen – unbewusst – hatte man sie bestimmt schon einmal.
Die Rede ist von NLCs – Noctilucent Clouds oder auf deutsch – Leuchtenden Nachtwolken.
Die Eine oder der Andere wird sie vielleicht schon kennen, mir war bis vor wenigen Jahren die Tatsache, dass es so etwas gibt, vollkommen unbekannt.
Es handelt sich um Eiskristalle, die sich in über 80 Kilometern Höhe oberhalb der Mesosphäre, eigentlich schon am Rande des Weltalls befinden. Damit sich die Eiswolken bilden können, muss die tiefsteTemperatur der Erdatmosphäre erreicht werden,es muss also unter minus 140 Grad kalt sein. Eigenartigerweise wird diese Temperatur über den nördlichen Breiten im Sommer erreicht, so dass die Beobachtungssaison von Juni bis Ende Juli, Anfang August ist.
Ganz erforscht ist das Himmelsphänomen noch nicht. Nach dem Ausbruch des Krakatau 1885 wurden Aerosole in höchste Atmosphäreschichten geschleudert, diese Wolken in der Zeit danach erstmalig beobachtet und als unmittelbare Folge interpretiert. Allerdings treten NLCs ja immer noch auf, man vermutet heutzutage, dass das Restmaterial von in diesen Höhen verglühenden Meteoren den Effekt verursacht.
Faszinierend daran ist, dass diese Wolken beobachtet werden können, wenn die Sonne bereits lange untergegangen ist. Dann strahlt ihr Licht eine ganze Weile lang nur noch diese extrem hohen Wolken an und lässt sie silbrig, blauweiß schimmernd leuchten.
Konkretes gibt es dazu hier zu erfahren.
Für die Beobachtung von NLCs muss in erster Linie das Wetter stimmen, d.h., da sie in der Regel relativ flach über dem Horizont zu sehen sind, sollte nach Nordwesten, Norden freie Sicht und wenig oder keine Wolken sein. Sonnenuntergang ist in unserer Region um 21.30 Uhr +/-, danach dauert es noch eine ganze Weile, ehe die Sonne den Stand erreicht hat, um diese Wolken zu beleuchten.
Dieses Jahr ist also der unbedingte Vorsatz da, die NLC-Saison endlich zu nutzen. Das bedeutet aber auch, entzgegen üblicher Gewohnheiten zu handeln, also auch in der Arbeitswoche spätabends auf die Pirsch zu gehen, denn frühmorgens wird das mit Sicherheit nichts. Das halbiert evtl. die Chancen auf eine gute Sichtung, aber erst einmal besser, als auch diesen Sommer wieder vergehen zu lassen und es im Herbst zu bereuen, nicht wenigstens mal einein Versuch unternommen zu haben, dieses wunderschöne Himmelsphänomen zu beobachten.
Am 17. Juni kribbelt es für mich Anfänger in Sachen NLC schon den gesamten Tag, fast pausenlos wird der Radar in Kühlungsborn bemüht. Gute Echos gibt es ja offensichtlich – tagsüber zumindest.

Quelle: https://www.iap-kborn.de/forschung/abteilung-radarsondierungen/aktuelle-radarmessungen/oswin-mesosphaere

Am Abend lösen sich auch die letzten kleinen Cumulus-Wölkchen auf, so dass zumindest der Himmel richtig klar wird.
Die Spannung steigt enorm, als die Signale auf dem Radar am Abend schwächer werden. Würde sich das jetzt alles auflösen? Aber nach dem, was zu lesen war, bietet dieser Radar für NLCs auch keine 100%ige Voraussage.
22.15 Uhr gibt es dann kein Halten mehr.
Fotorucksack auf den Rücken und ab aufs Rad hinaus in die warme Sommerabenddämmerung.
Im Süden geht gerade der Mond schön rot und riesig über den Feldern auf, hoch oben ein paar Schleierwolken, die recht deutlich zu sehen sind, obwohl die Sonne schon einige Zeit hinter dem Horizont verschwunden ist.
Helle Schleierwolken? Aber die wirken trotz einer Höhe von 5 – 13 km immer noch greifbar. Das sind die hier nicht, die befinden sich deutlich höher, viel höher.
Nein, das sind NLCs – aber bis hinauf auf ca. 45°? Kann das sein? Und dann solch ein ausgedehntes Feld. Auf bisher gesehenen Fotos befanden sich NLCs nur immer recht flach über dem Nordhorizont.
Je dunkler es wird, desto deutlicher sind die merkwürdigen silbernen Wolkenstrukturen zu erkennen. Klar sind sie das! Sie erstrecken sich über den ganzen nördlichen Himmel, und das sehr hoch und sehr deutlich.
Gleich im ersten Anlauf so ein Glück – das ist eine Überraschung, damit hätte ich nie gerechnet.
Es bleibt ausgiebig Zeit, dieses Wunder der Natur nun zu bewundern und sich in einen wahren Rausch zu fotografieren, weil man das alles einfangen und vor allem dieses Gefühl des Betrachtens und Staunens aufbewahren möchte.
Einfach wunderschön ist das, was das Auge hier erblickt.
Da oben diese Wolken, diese eigenartig fremden und schönen Strukturen, diese schimmernden Wellen und Schleier, die so zart sind, dass die Sterne hindurch scheinen und dahinter das All. Kann man nur schwer in Worten ausdrücken.
Irgendwie fällt mir in diesen Augenblicken wieder die Szene aus „Contact“ ein, in der die Filmheldin mit vor Staunen und Entzücken weit aufgerissenen Augen nach der Durchquerung eines Wurmlochs eine fremde Sternenwelt erblickt.
Gegen 23 Uhr wird es fast ganz dunkel, die Sterne werden deutlicher, die Wolkenstrukturen werden blasser und scheinen zu zerfallen.
Ein Traum…
Nach zwei drei Tagen ohne Radarechos sind heute wieder welche zu erkennen. Wenn es heute Abend einen Nordhimmel ohne viele Wolken gibt, dann…

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Nach dem Gewitter

Stille – und Nebel, dampfende Wiesen…

Das diffuse gelbe Licht kündigte den nächsten schwülheißen Tag an. In den Medien wurde schon vor heftigen Unwettern am Abend gewarnt.

Gewitter

endlich hat es geklappt mit den Blitzfotos, alles passte…

ein sicherer Unterstand, Regen, der nicht frontal kam, so dass das Fenster offen bleiben konnte, entsprechende Dunkelheit und Blitze vom Feinsten…

Am nächsten Unwetterabend explodierte die Luft aus dem Nichts, aber statt fein verästelten Blitzen gab es ein stundenlanges Blitzgeflacker… Unheimlich

Vor dem Gewitter

Vorgewitter-Atmosphäre

einmal die nahende Front schon in Sichtweite – hier war es so, dass maximal fünf Fotos möglich waren, dann musste angesichts der Blitze, die plötzlich überall waren, das Feld fluchtartig geräumt werden…

und ein andernmal eine spürbar aufgeladene Luft, Saunaluft, die vor Spannung knisterte, ringsum tolle Wolkengebilde, ein giftig gelbes Licht… Aber aus der Richtung, aus der die Gewitterzellen kamen, drohte scheinbar unserer Gegend nichts…

Bis dann plötzlich aus dem Nichts…

Pfingstfahrt 2019

Schwer, hart wie ein Brett…  Der Radelnde uHu liebt seinen Brooks-Sattel trotzdem. Nach zigtausend Kilometern ist der bequem wie ein Sofa, man hat sich darauf noch nie einen „Wolf“ gefahren…
Da fällt der Verzicht auf all die hochgelobten Ergo-, Gesundheits-sonstwas-Gelsättel nicht schwer. Aber auch das ist Ansichts- oder besser Hintern-Sache.
hier gehts weiter im Text

Morgen in den Wiesen

Da hat man sich nun schon fünf Uhr überwunden, wenigstens mal wieder auf die morgendlichen Wiesen hinaus zu wandern und nun?
Nun kniet man hier im feuchten Gras und versucht die Blümchen abzulichten, der Gräsersamen staubt wunderbar, es beginnt auf den Händen und in Nase und Augen zu jucken – ausgerechnet…
Die aufgehende Sonne zeigt sich auch nicht sehr lange, Wolken ziehen vorbei…
Aber allen Widrigkeiten zum Trotz, da ist sie schon wieder, da steigt sie innen auf, die Euphorie angesichts dieser wunderbaren Morgenstimmung. Im hohen Gras schrillt der Fasan, sonst ist es ganz still.
Und auch der Regen, der plötzlich und unerwartet einsetzt, tut dem keinen Abbruch. Gelassen (nur die Kamera muss vor der Nässe geschützt werden) schlendert der Radelnde Uhu heimwärts.
Und als er das Haus erreicht, hört der Regen wieder auf… Nun ja, was soll man dazu noch sagen…
Schön wars, das Glück der kleinen Dinge – und die Heuschnupfenattacke ist auch bald wieder vorbei.

Wandertag in der Sächsischen Schweiz

Der Wander-Zug macht es möglich. Ohne Umzusteigen ist es uns nun in der Sommersaison (d.h. ab. 30.03.) möglich, bis an die böhmische Grenze zu fahren.
Allerdings fährt der Zug „erst“ 8 Uhr ab Leipzig, so dass auch die Leute, die nicht so gern sehr früh aufstehen, mit drin sitzen 😉 Und deshalb ist der Zug bereits beim ersten Halt brechend voll. Aber was solls, bei diesem Wetter und der Aussicht auf eine schöne Wanderung nimmt man das gern in Kauf. Da könnte die Bahn doch glatt das Angebot auf zwei oder drei Züge am Morgen ausweiten, so wie das angenommen wird.
Gegen 10 Uhr sind wir schließlich in Schmilka, in der Schlange an der Fähre stehen wir zum Glück ziemlich weit vorn, so dass es drüben gleich zu Fuß weiter gehen kann.
Aber nun, auf dem steilen Weg die Kahntilke hinauf, wird es recht ruhig. Die Meisten gehen in Richtung Winterberg. Und dass man an solchen Tagen in diesem kleinen Gebirge nicht allein ist, muss man akzeptieren.
Noch ist es recht bewölkt, ein mäßiger Südostwind treibt aus dem böhmischen Becken Wolken (oder Hochnebel) herüber. Aber das schmälert keinesfalls die grandiose Aussicht von der Kleinen Bastei, im ersten Obergeschoss des Elbsandsteingebirges sozusagen auf ca. 250 Metern Höhe.
Nach kleiner Staunens- und Frühstückspause geht es weiter durch den Wald auf den Elbleitenweg, dort im Bogen wieder hinab in den Heringsgrund und im Angesicht der übermächtig wirkenden Felswände ringsum leicht aufwärts zur Heiligen Stiege.
Der nun folgende Aufstieg auf endlosen Treppen und Leitern ganz hinauf ins oberste Stockwerk ist ein Erlebnis, nicht schwierig aber ausgesprochen eindrucksvoll.
Dass oben auf dem Zurückesteig bzw. Gratweg hinüber zu den Schrammsteinen mit größeren Menschenansammlungen zu rechnen ist, war klar. Zu schön ist es, hoch über den Tälern und Ebenheiten entlang zu wandern. Manches Mal muss man auch die Hände auf ausgetretenen Felsstufen und Leitern zu Hilfe nehmen. Und man bekommt allmählich Respekt vor denen, die hier in diesem abenteuerlichen Gelände solch einen abgesicherten Weg bauten, der von Jung und Alt begangen werden kann. Die nächste Fotopause gibt es an der Breite-Kluft-Aussicht.
Lange Jahre waren wir nicht mehr hier, Stau gibt es zum Schluss an der Schrammsteinaussicht, dem Endpunkt der Kammtour, doch den nehmen wir ebenfalls in Kauf – schon allein des wunderbaren Blickes wegen, der von den Affensteinen im Osten, dem Tanzplan, Unger über die Waitzdorfer Höhe bis hinüber zu den Tafelbergen Lilienstein, Königstein, Papststein, Zschirnstein und die tief ins Tal eingeschnittene Elbe usw. reicht.
Auf dem Jägersteig, hier muss man sich auf den Stufen der Treppen und Leitern etwas konzentrieren, geht es hinab und durch das Schrammtor schließlich hinunter nach Postelwitz und am Fluss entlang nach Bad Schandau.
Noch ein Eis in der vorsommerlichen Sonnenwärme, dann bringt uns die Bahnhofsfähre zu ebendiesem und 16.34 fährt auch glücklicherweise wieder der Wander-Zug in in Richtung Leipzig. Auch dieses Mal kein Umsteigen in Dresden – nicht schlecht. Und dieser Zug ist ebenfalls alsbald proppevoll…
Ein schöner Tag 🙂