Frühlingsfarben

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Über das Glück

Über das Glück wurde ja schon einmal hier „“philosphiert“.
Diese Momente wiederholen sich, oft unbemerkt und erst im Nachhinein als glückliche Augenblicke wahrgenommen.
So zum Beispiel an diesem sehr frühen und überaus nebligen April-Samstagmorgen, als der Radelnde uHu wieder einmal an einem seiner Lieblingsorte am See steht und sich abmüht, dieses wunderbar diffuse Licht in irgendeiner Form abzulichten.
Schemenhaft tauchen dabei aus dem Grau zwei Haubentaucher auf. Da sich der uHu seeehr still verhält und in seiner dunklen Kleidung am Seeufer kaum auffällt, lassen sich die beiden Vögel von ihm nicht irritieren oder stören. Ein balzendes Paar ist es, an den Bewegungen der langen Hälse lässt sich erkennen, was gleich geschehen wird.
Und tatsächlich, nachdem Beide wie U-Boote aufeinander zugeschwommen sind, richten sie sich im Moment des Erreichens hoch auf und lehnen sich aneinander.
Detail-Fotos? Fehlanzeige…
Die 70 mm sind einfach zu kurz, das lange „Rohr“ schlummert zu Hause in der Kiste.
Aber ehrlich gesagt, in diesem, nach zwei langen Jahren endlich wieder elebten Augenblick denkt der uHu gar nicht ans Fotografieren. Völlig egal, das kann man nicht fotografieren. Das muss man einfach nur sehen und verinnerlichen.
Nach diesem kleinen Wunder ist alles wieder ein bisschen anders, ein wenig schöner.
Diese Welt funktioniert immer noch nach demselben Prinzip, wie sie es schon seit Jahrtausenden tut und das beruhigt doch ein wenig.
Noch lange ist das krächzende Kräck kräck zu vernehmen, auch wenn die Vögel kaum zu erkennen sind.
Balzende Haubentaucher im Nebel – Glück gehabt.

Glück…

entschleunigtes Reisen

Zugegeben – besonders angenehm sitzt man auf den harten Holzbänken nicht. Die Leute vor vielen Jahren mussten da ziemlich hart im Nehmen sein.
Unsere letzte Erfahrung in der Holzklasse ist 36 Jahre her. 1983 schaukelten wir in einem Uralt-Zug in die rumänischen Karpaten.

Aber auch jetzt erschließt sich schon nach wenigen Minuten die Schönheit dieser Art des gemächlichen Reisens. (vorausgesetzt, Hintern und Knochen halten dem Gerüttel stand)
Im Schneckentempo schraubt sich der über hundert Jahre alte Zug ins Gebirge hinauf, durch finstere Tunnel mit wunderbaren Ausblicken in das „Goldene Tal“.
Nicht mal schnell im Auto auf gut und glatt ausgebauten Straßen in einer halben Stunde quer über die Insel, sondern gemächlich, man könnte quasi im Vorbeifahren die Früchte von den Bäumen pflücken, auf teils verworfenen Gleisen in die Hauptstadt rumpelnd.
Jaaa – es ist nur noch etwas für Touristen, die es sich leisten können, diesem etwas melancholischen Gefühl nachzuhängen. Die Einheimischen bevorzugen da auch eher die effektiveren und zweckmäßigeren Fortbewegungsmittel. Und man selbst reist zu Hause ja schließlich auch nicht ungern auf gepolsterten Sitzen.

Als am Abend die Sonne hinter den Bergketten untergeht und die Dämmerung über die Berge herein bricht, die historischen Lampen im Zug leuchten, ergibt man sich gern noch einmal dieser Langsamkeit des Unterwegsseins.

Ist Schnelligkeit immer besser?