Abend am Strand

Man mag von den digitalen Helferchen halten, was man will und unsereins gehört auch nicht unbedingt zu den ganz großen Google-Fans.
Doch dank Recherchen im Vorfeld unseres Urlaubs über die Satellitenkarten konnte in der Nähe des Dörfchens Jerup eine Stelle am Strand des Ostmeeres ausfindig gemacht werden, welche gut geeignet zu sein scheint, um dort ein paar Nachtaufnahmen zu machen.
Mit dabei sind die liebe Reisebegleiterin, die Flasche Wein, etwas Brot, Käse… Und natürlich die Fotoausrüstung.
Und im Kopf spukt eine Art Idee, welche Bilder man denn dort machen könnte.
Der Weg zum Strand ist nicht lang.
In den Holzhütten an den Dünen liegen Schlafsäcke, dort haben sich einige junge Leute einquartiert. Nicht schlecht…
In den Dünen stehen ein Tisch und zwei Bänke – ideal für ein romantisches Abendessen zu Zweit. Und dahinter ist das Meer. Das heißt, durch eine Sandbank ist dort zunächst eine Art Lagune. Der Wind ist eingeschlafen, so dass sich die abziehenden dramatischen Regenwolken auf der stillen Wasseroberfläche spiegeln.
Eigentlich hat man gar keine Zeit für das romantische Abendessen. Das Drumherum muss unbedingt erst einmal eingefangen werden, es ist wie im Traum, was wir hier sehen… Diese große, spiegelnde Unendlichkeit, der Mensch ganz winzig mittendrin. Nein – das ist ein Traum…
Alle Pläne, alle Ideen sind wie weggeblasen, ob es gelingt, das hier im Bild darzustellen?
Still ist es, dunkler wird es, immer noch spiegeln die Wolken, Lichter am Horizont auf dem Meer glühen auf, der Leuchtturm vor Frederikshavn im Südosten blinkt herüber.
Dann der Fluss, der ruhig und gemächlich und ebenso glatt und spiegelnd ins Meer strömt, die ersten Sterne…
Nicht zu schnell bewegen, nicht denken, nur schauen… Tief einatmen und diese Stille in sich aufnehmen.

Werbeanzeigen

12 Gedanken zu “Abend am Strand”

  1. Lieber Lutz,
    das Szenario hast du wundervoll in Wort und Abbild zusammengefasst… 😊😊😊
    Lieben Gruß, Ewald

    Abend

    Goldgewölk und Nachtgewölke,
    Regenmüde still vereint:
    Also lächelt eine welke
    Seele, die sich satt geweint.

    Doch die Sonne sinkt und ziehet
    Nieder alle eitle Pracht,
    Und das Goldgewölk verglühet
    Und verbrüdert sich der Nacht.

    Martin Greif
    (1839 – 1911)

    Gefällt 2 Personen

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.