Vom Brocken, Hexen usw. (1)

Denkt man an den Brocken, denkt man auch meist an Hexen, Faust und Heine.

Auf Grund einer besonderen Jahrestags-Konstellation gab es für den Radelnden Uhu die einmalige und nicht wiederholbare Gelegenheit, zum Einen erneut endlich einmal wieder den Brocken zu besteigen, zum Zweiten, im Brockenhotel zu nächtigen und die exklusive Möglichkeit zu haben, mit viel Glück eine jeder seltenen nebelfreien Nächte da oben zu erwischen, um den Sternenhimmel abzulichten – und zum Dritten, diese Wanderung in der angenehmen Reisegesellschaft von vier Damen zu unternehmen.

 

 

Die Assoziation Hexen schieben wir an dieser Stelle einmal ganz beiseite – es konnte, kurz gesagt, nur schwerlich eine bessere Reisegesellschaft als an diesem Wochenende geben.

Mit Bahn und Bus war es nicht schwer, den Ausgangsort Schierke zu erreichen. Der Radelnde Uhu, quasi als wegekundiger und Kartenlesen-Könnender „Bergführer“, Geid, Guido oder Guide in dieser Runde geduldet, hatte die Idee, eine moderate und gemütliche Route von Schierke über den Wurmberg und anschließend auf dem Grenzweg entlang hinauf zum Brockengipfel zu legen.

So weit so gut.

Heidelbeeren gab es unterwegs genug, von denen auch genascht werden durfte, Füchse waren nicht zu sehen, und wir hoffen, dass der Wurmberg nicht so heißt, weil es dort Vorkommen von ebensolchen Tierchen auf Beeren usw. geben könnte.

Die „gemütliche“ Route führte zunächst hinauf auf den Gipfel des Wurmbergs. Nach teilweise recht steilem Aufstieg über Wurzelwege und Treppen sahen die Teilnehmer/innen der Reisegesellschaft ausnahmslos nicht mehr ganz so frisch und entspannt wie die bergab Laufenden aus. Auf Fotos von keuchenden und schnaufenden Bergwanderern wird deshalb generell hier verzichtet.

Die Assoziation „Faust“ vergessen wir demzufolge nun auch. Er ist wohl etwas entspannter auf dem Blocksberg angekommen.

Auf dem Gipfel des Wurmbergs gibt es neben einer schönen Aussicht auf den gegenüberliegenden Brocken eine tumult- und rummelplatzartige Ansammlung von Menschen, die zum großen Teil den Aufstieg per Seilbahn von Braunlage aus bewältigt haben. Nix für Gemüter, die die Stille in der Natur suchen. Aber auf die Gelegenheit zur ausgiebigen Pause soll nicht verzichtet werden.

Schon hier sind die großflächigen Schäden an den Fichtenwaldbeständen im Nationalpark Hochharz zu erkennen. Wen es interessiert, der kann hier gern nachlesen. Wir hoffen, dass es eine Chance gibt, den Wald mit entsprechenden Maßnahmen zu retten, zumal sich hier ja auch große Wildtiere wie der Luchs wieder erfolgreich angesiedelt haben

Weiter geht es dann auf einem leider entgegen aller Erwartungen wenig aussichtsreichen Weg in weitem Bogen hinüber zum Brocken. Hier sind nur einige Leute unterwegs, erst in Brockennähe wird es wesentlich lebendiger. Manche können nicht einmal auf ihre geliebte Musik verzichten, Einer scheint in seinem Rucksack eine Hifi-Anlage zu tragen, mit der er im Umkreis von mehreren hundert Metern laut und deutlich zu vernehmen ist. Gute Methode, schnell gefunden zu werden, falls er sich zwischenzeitlich verirren sollte. In dichter Frequenz schnaufen im oberen Gipfelbereich die Züge der Brockenbahn an uns vorbei.

Und vermutlich eine Mountainbikerin hat es in einer scharfen Kurve auf der Brockenstraße voll erwischt, sie muss mit Rettungshubschrauber abtransportiert werden.

Die Masse der Menschen bewegt sich um diese Stunde per Brockenbahn oder sogar zu Fuß schon bergab, so dass unsere kleine Reisegesellschaft in den Genuss kommt, nur mit wenigen gleichgesinnten hoffnungslosen Romantikern einen wunderschönen Sonnenuntergang von ganz oben zu erleben. Tief unten die Welt, die Mühen der Ebene – hier oben ist plötzlich alles ganz frei und leicht.

Dieses Licht, diese Farben – ein Traum.

Die vier Damen ziehen sich dann in die „Hexenklause“ im 7. Stock des Brockenturms zurück (die entsprechende Assoziation schieben wir auch jetzt gaaanz weit weg), sorgen aber dafür, dass der heftig mit Fotografieren beschäftigte Radelnde Uhu noch zu einem guten Essen kommt. Der Service hier oben – na ja… Aber – zumindest gibt es kurz vor Feierabend gegen 22 Uhr rasch noch ein Bierchen – wenn man sich mit dem leeren Glas selbst mal vor zum Ausschank bewegt.

Fortsetzung folgt….

 

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10 Kommentare zu „Vom Brocken, Hexen usw. (1)“

  1. Meine Mutter war mit 3 Freundinnen auch vor 1 Woche auf dem Brocken:-) Aber das waren bestimmt nicht deine Begleiterinnen 😉 Ja, es ist toll da! Superschöne Bilder… Und bei klarer Sicht kann man bis zum Kahlen Asten gucken…

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  2. Herrliche Beschreibung eures Brockenausflugs. Ich bin ja ziemlich oft im Harz unterwegs, und natürlich war ich auch schon auf dem Brocken. Der zähe, lange Weg, die vielen Menschen und der (schlechte) Service da oben: das alles ist der Brocken 😉 Aber die Aussicht ist einfach faszinierend. Tolle Fotos zeigst du mal wieder. Bin gespannt, was du noch vom Sonnenaufgang und eurem nächsten Wandertag berichten wirst. Liebe Grüße von Andrea

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    1. Hallo Andrea,
      vielen Dank für das Lob von einer Brocken-Kennerin. Du hast Recht, der Brocken ist die Summe seiner vielen Facetten. In den 90ern war ich, besonders wenn das Wetter schlecht war, von Ilsenburg aus zigmal da oben. Dann ist man ziemlich allein mit den Wettergewalten und das war wunderschön.
      Liebe Grüße
      Lutz

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