Supermond

Eigentlich sollte hier ein Beitrag zum Oder-Neiße-Radweg folgen, aber die astronomischen Ereignisse…

Der „Supermond“ kam da also quasi in die Quere…

Diesen Ausdruck, der in den Medien fast inflationär benutzt wurde, muss ich zugeben, habe ich bis heute noch nie so gehört.

Supermond… Na ja.
Auf Grund seiner Erdnähe soll er heute besonders groß zu sehen sein – Grund genug, auch das 300er-Tele mal einzupacken, um IHN himself oder das Motiv im Mondlicht entsprechend in Szene zu setzen.
Nach einiger Überlegung fällt die Entscheidung, es mal an einem Kleinod in unserer Umgebung, der Panitzscher Wehrkirche zu versuchen.
Quelle Wikipedia: „Die Kirche in Panitzsch ist ein im 13. Jahrhundert entstandener ursprünglich romanischer Bau, der 1705 barockisiert wurde. Sie liegt auf dem 142 Meter hohen Kirchberg über dem Dorf Panitzsch, einem Ortsteil der Gemeinde Borsdorf im sächsischen Landkreis Leipzig.
Landläufig wird die Kirche Panitzsch – gemeinsam mit den Kirchen von Beucha und Hohen Thekla – als einer der „Drei Hohepriester“ im Leipziger Umland bezeichnet.“
Die Sonne versinkt bereits im Westen, inszeniert noch einmal mit ihren Lichtern einen theatralischen (aber sehenswerten) Wolkenhimmel, der die herannahende Warmfront ahnen lässt. Hoffentlich hält es wenigstens noch zwei Stunden durch, so dass auch noch ein paar Sterne auf den Fotos zu sehen sind.
Auf dem Rad ist es möglich, die Wehrkirche von mehreren Seiten zu beschnuppern und einen geeigneten Standort zu finden. Ich entscheide mich für eine Wiese nördlich unterhalb des Kirchberges, werde dabei misstrauisch von einer Frau beobachtet, deren Hunde (Pudel ->  ich kenne immer noch keinen Pudel, der mich leiden konnte) mich laut bellend zu vertreiben versuchen.
Nö – heute nicht. Das ist mein Platz Wiese.
Es dämmert, mit ein paar Probeaufnahmen lässt sich die Zeit ein wenig vertreiben, aber die Kälte kriecht schon jetzt unbarmherzig in die Füße.

Hauptsache ich hole mir wegen dem Supermond heute nicht den Rest. Na Super Mond.
Zwei Reiterinnen sprechen mich an, ich soll mich bitte nur ganz langsam bewegen, damit die Pferde nicht erschrecken. Klar doch…
Für die Tiere würde ich im Dunkeln sehr gruslig aussehen… Ehrlich? Nur für die Tiere? Außerdem steht hier noch die Frage im Raum, wer sich mehr gruselt, bei diesem großen Hund, der da noch mitläuft…
Ich bewege mich also nur wie in Zeitlupe und warte, bis sie von dannen geritten sind.
Endlich ist es ausreichend dunkel.

Ein leichter Schimmer lässt es im Osten ahnen, da kömmt er…
Tatsache. ER ist riesig, so wie er da in grellem Orange hinter den Bäumen der Hügelkette erscheint. Wahnsinn – ich bin begeistert. Das ist ein Schauspiel! Super Mond – ER ist heute tatsächlich ein Supermond, auch wenn die direkten Vergleichsmöglichkeiten entfallen und es kaum feststellbar ist, wie groß er wirklich ist. Mit dem Tele ist kann ich ihn nun ausreichend abbilden, allerdings ist ein gestochen scharfes Bild wegen des Flimmerns in der Atmosphäre nicht möglich. Kann man nicht ändern. Man muss es sowieso mit eigenen Augen sehen.
Als er höher steigt, und die erste Euphorie verflogen ist, ist Zeit, sich wieder dem Motiv, der Wehrkirche zu widmen. Ein Glück, das Hochdruckgebiet der letzten Tage blockiert immer noch die Warmfront, so dass die Wolken nur ganz langsam ziehen und sich in südlicher Richtung auflösen. Gut für mich, denn so lassen sich auch wunderbar ein paar Langzeitfotos von der Kirche im Mondschein und einigen Startrails darüber machen. Und der Akku hält gerade so durch… Das fehlte jetzt noch (zugegeben, ganz finster ist es nicht, im Mondlicht kann man sogar den eigenen Schatten erkennen), am Akkufach herum zu popeln und die Hälfte danach im Gras zu suchen.
Als ich auf die Uhr schaue, ist es 18 Uhr. Erst 18 Uhr… Jetzt aber ist die Kälte zu spüren, mein temporäres Zittern habe ich bisher ignoriert,  doch jetzt reicht es wirklich… Nix wie zurück ins Warme. Schade, dass ich nun nicht mehr in der Lage bin, noch das in Regenbogenfarben schillernde Halo zu fotografieren. Aber man kann nicht alles haben…
Es war wieder eine schöne Fototour heute – n’bisken kalt, muss man sich halt wärmer anziehen beim nächsten Mal. Ne Kanne Kaffee (oder Glühwein 😉 dabei zu haben, kann auch nicht schaden.
Und – eventuell sollte man sich mal für solche kalten Abende einen Batteriegriff für die Kamera leisten, das erspart im Notfall das Akku-Wechseln im Finsteren.

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8 Gedanken zu “Supermond

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