Der schönste Weg…

führt über Haparanda…

Randonneurdidier wurde von seiner Frau darauf aufmerksam gemacht, doch nicht zu jeder „kleinen“ Tour einen Blogeintrag zu schreiben…
Hmmm… Was soll ich dazu sagen?

Im Prinzip hat sie ja Recht. Das Netz wird zugeschüttet mit vielen nützlichen und weniger nützlichen Dingen und Informationen, die kaum noch überschaubar sind. Aber es ist deshalb immer wieder möglich, kleine Kostbarkeiten zu finden.

Auch eine kleinere Tour bietet eine Vielzahl an Eindrücken und Erlebnissen – und Glücksmomenten. Bei „kleineren“ Touren hat man mehr Zeit, nimmt mehr vom Drumherum wahr und reflektiert das unter Umständen auch wesentlich intensiver – der Effekt sind also unter Umständen schöne lesenswerte Berichte, die nicht nur auf die blanken chronologischen und „technischen“ Fakten reduziert sind.
In diesem Sinne – bei einer noch viel kleineren Tour, wie ich sie derzeit fahre (würde auch gern mal wieder 150 und mehr dahin rollern 😉 erübrigt sich jeder Bericht fast von selbst, aber – die kleinen Erlebnisse sind es.

Womit ich nun wieder einmal bei dem schönsten Weg über Haparanda wäre. Der geneigte Leser erinnert sich vielleicht an einen zurückliegenden Beitrag – Haparanda – „Zugvögel“ – Joachim Krol auf dem Weg nach Inari – ein Film mit viel Situationskomik, skurrilen Typen, Lebensweisheiten, wunderschönen Naturbildern aus Europas Norden und natürlich einer Liebesgeschichte mit Happy End.

Und mein schönster Weg an diesem Sommertag führt heute nicht über Haparanda in Nordschweden, sondern über die Anhöhe von Threna nach Fuchshain. Weit erstrecken sich die gelben Getreidefelder unter einem blauweißen Sonnen-Wolkenhimmel. Drüben grüßt der Kirchtum von Naunhof mit seinem grünspanigen Dach, dahinter wellen sich am Horizont blaugrüne Hügelketten. Eine Idylle, die fast schon kitschig wirkt. Aber es ist eben doch mal wieder schön 😉
In solchen Momenten wird deutlich, wie wenig Zeit durch den unbewussten Druck, der sich im letzten Jahr vor PBP aufbaute, unbedingt noch eine Menge Trainingskilometer machen zu müssen, dafür blieb.

Einfach anhalten, schauen, genießen und sich des Lebens zu erfreuen – jetzt geht es plötzlich.
So soll es sein.

Damit löst sich unter Anderem die Frage, wie um Himmels Willen zwei Wochen Irland vollkommen ohne Fahrrad auszuhalten sind.

Ganz einfach – Fotorucksack schnappen, den Blick für die Schönheit der Umgebung schärfen, mit viel Zeit, Ruhe und Geduld auf Motivjagd gehen und damit dem höchstwahrscheinlich wechselhaften und regnerischen Klima das Beste abgewinnen.
(PS: noch ein kleiner technischer Fakt – für 60 Trainingskilometer hat es trotzdem gereicht – man kann es einfach nicht lassen)

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5 Gedanken zu “Der schönste Weg…

  1. „Der Weg ist das Ziel“, diese Redensart beschreibt gut, wie wichtig es ist, die Augen und Ohren und überhaupt alle Sinne zu öffnen für die Eindrücke, die auch bei ganz kurzen Touren zu erleben sind. Insofern stimme ich Dir vollkommen zu! Und wenn dann im www. gerade diese Dinge gezeigt, beschrieben werden, ist das alles andere als belanglos, sondern voller Belang! Danke für die schönen, weiten Kornfelder.

    Bei meiner Uckermark Tour gestern durfte ich auch reichlich dieser Felder und Wiesen und gerade erblühenden Sonnenblumenfelder genießen. Schön!

    Gefällt 1 Person

    • Wie Recht Du hast…
      Und auch wenn „Der Weg…“ mittlerweile nahezu in jeder Lebenslage benutzt wird, so gibt es doch kaum etwas, was diese Lebensansicht besser auf den Punkt bringt.
      Vielleicht klappts ja mal wieder mit nem 400er-Ausflug bei Euch in den Berliner Osten/Nordosten. Für mich sind Uckermark + Oderbruch in ihrer Weite zwei der schönsten Landschaften in Deutschland.

      Gefällt 1 Person

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